Syberia


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Oscar Linares Rovira: Guitar
Jordi Crespo Espert: Guitar / Synths
Joaquim Torres González: Bass
Oscar Caselles Perez: Drums

Syberia schmieden detailverliebten, packenden Post Rock und klangen nie selbstsicherer als auf Seeds Of Change. Ihre instrumentale Musik im Fahrwasser von Caspian, Mogwai und Russian Circles ist zwar komplex, aber dennoch sehr eingängig, sowohl heavy als auch bezaubernd melodisch und immer zutiefst emotional. “Wir hatten zuerst kein klares Konzept für das Album und deshalb auch keine konkreten Vorstellungen, was seine musikalische Ausrichtung anging. Während der Arbeit an den einzelnen Songs sprudelten die Ideen aber nur so aus uns heraus, und wir scheuten uns nicht davor, Unterschiedlichstes auszuprobieren, wobei wir Klanggefilde erkundet haben, in die wir bis dahin nicht vorgestoßen waren.” Ob man das Album nun als Ganzes hört oder sich die Tracks gesondert zu Gemüte führt, beschreibt das Adjektiv “kraftvoll” den Eindruck, den man dabei erhält, wahrscheinlich am treffendsten. Die Musik markiert zweifellos einen Höhepunkt in der Karriere der Gruppe.

Auf Seeds Of Change bietet sie im Vergleich zu Resiliency (2016 ein breiteres Gefühlsspektrum. Es ist ein überschwängliches, kantiges, dringliches, gespenstisches, aggressives, nostalgisches Album … und noch viel mehr, denn jeder Song bietet verschiedenste Sounds und Stimmungen, die jeweils nahtlos ineinander übergehen. “Wir konnten der Verbindung von Düsterkeit, Zerbrechlichkeit und Stärke schon immer eine Menge abgewinnen. Solche Gegensätze nehmen eine zentrale Rolle in unserem Leben und unserer Musik ein. Die Scheibe als finster, zart und zugleich auch gewaltig zu beschreiben trifft es wohl am besten, wobei die ruhigeren Parts eine wichtige Rolle in puncto Dynamik spielen.” Diese Wechselhaftigkeit ist in jedem einzelnen Track offensichtlich – ‘Beirut’ schraubt sich beispielsweise von fragilen, anmutigen Momenten zu etwas Mächtigerem hoch, wohingegen ‘After The Uprising’ empfindsamer wirkt und das Finale ‘Shigir’ cineastische Züge trägt. Seeds Of Change deckt also ein breites Stimmungsfeld ab, zumal die Entscheidung der Bandmitglieder, verstärkt auf Synthesizer zu setzen, neue Möglichkeiten offenbarte: orchestrale Elemente und Chor-Parts, die sie in Zukunft auch live umsetzen möchten. “Wir haben uns fast das ganze Jahr 2018 über in unserem Proberaum verschanzt und die Songs immer wieder durchgekaut, bis sie exakt unseren Vorstellungen entsprachen. Das Songwriting war nur wenige Tage vor unserem Studiotermin im Dezember, also kann man sich denken, wie intensiv wir gearbeitet haben.

Auch ohne Gesang erzählt Seeds Of Change eine Geschichte, die bereits der Titel andeutet. Es geht darum, sich von der Masse und den Schattenseiten der Gesellschaft abzusetzen. “Die Hauptfigur des Narrativs ist jemand, der sich um seine Individualität bemüht, um sich seine Fantasie in der tristen Realität, in der wir leben, zu bewahren. Wir stellten uns vor, wie diese Person an ihrer bunten Gedankenwelt festhält, während sie von der gesichtslosen Mehrheit belästigt wird, die ihre Stärke aus der Intelligenz des Schwarms zieht und ihn zu einem von ihnen machen wollen – einem Schwarzweißdenker, einem fahlen Abglanz eines wirklichen Menschen. Unser Held sollte der Letzte sein, der für eine bessere Welt einsteht, der bis zum letzten Atemzug für eine Veränderung des Status quo kämpft. Solange ein einziger Keim bestehen bleibt, gibt es Hoffnung dafür, dass die Saat aufgeht und etwas Wunderbares daraus erwächst.” Die Songtitel beziehen sich auf bestimmte Gefühle und treiben die Handlung voran – genauso wie das Artwork, doch die Band will nicht zu viel vorwegnehmen, damit sich der Hörer einen eigenen Reim darauf macht.

Für die Aufnahmen von Bass und Schlagzeug zogen Oscar Linares, Jordi und Oscar Caselles Tontechniker Gorka Dresbaj heran und fanden sich im The Room Studio in Barcelona ein, wohingegen die Gitarren bei Carlos Santos im Sadman Studio in Madrid eingespielt wurden. Anders als manche Bands, für die Studioarbeit anstrengend ist, mögen Syberia sie. “Da wir unseren Lebensunterhalt nicht mit der Band verdienen, lassen wir umso mehr Herzblut in die Musk fließen. Plattenproduktionen sind immer aufregend – mitzuerleben, wie Songs lebendig werden, an denen man monatelang getüftelt hat, ist das Allerschönste. Wir haben während der Sessions viel gelacht, aber auch geschwitzt und manchmal gestritten. Das ist normal, wenn man täglich acht Stunden auf engstem Raum miteinander verbringt und dabei von anderen beobachtet wird. Das kommt in den besten Familien vor; wir danken Gorka und Carlos dafür, dass sie es uns leichtgemacht haben. Mit solchen Profis zu arbeiten war ein Vergnügen.” Nun da Seeds Of Change im Kasten ist, brennt die Band darauf, zu erfahren, was mithilfe von Blacklight Media und Metal Blade für sie in Aussicht steht. “Wir haben nie an unserer Musik gezweifelt und mussten viele Hürden überwinden, was uns mehrmals fast zur Auflösung getrieben hat. Allerdings gab es immer etwas tief in uns, das die Hoffnung am Leben hielt. Wir waren stets überzeugt, die Schufterei würde sich einmal auszahlen und uns mit etwas Herrlichem belohnen. Eines Tages klopften dann Blacklight Media und das führende internationale Label Metal Blade bei uns an. Sie waren an einer Instrumental-Rockband aus Barcelona interessiert, und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt.


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