Surma


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Bewegend, erhebend, dramatisch: The Light Within stellt Surma als eine der ergreifendsten Symphonic-Metal-Bands in der aktuellen Szene vor. Die 13 Tracks des 47-minütigen Albums klingen wie aus einem Guss, während sich epische, zuversichtliche Geschichten in Musik entfalten, die dementsprechend ausladend wirkt, aber in relativ kompakte Songs gegossen wurde. „Unsere hauptsächliche Botschaft besteht auf dieser Platte darin, allen Hoffnung zu geben, egal womit er oder sie hadert“ erklärt Sängerin Viktorie Surmøvá, die durch ihren Beitrag zu Bohemian Metal Rhapsody bekannt sein dürfte. „Einige Lieder sind zugegebenermaßen nicht wirklich happy, doch in den meisten Erzählungen versuchte ich, etwas Positives zu vermitteln. Am Eindringlichsten konnte ich das im Opener ‚Reveal the Light Within‘ tun. Die meisten Stücke wurden von Statuen inspiriert, und die Skulptur, die für das erste Pate stand – ‚Expansion‘ von Paige Bradley – bringt es auf den Punkt: Wir alle haben die Möglichkeit, unser wahres Ich zu offenbaren und Glück zu finden, selbst nach schlimmsten Qualen, die uns nicht unbeschadet gelassen haben, jedoch eben auch die Chance geben, unser Bestes herauszulassen, das von einem inneren Licht symbolisiert wird.“

Der Name der Band rührt vom Nachnamen der Sängerin her und ist wider Erwarten mehrdeutig: „In der Ukraine bezeichnet er eine besondere kosakische Trompete, in der Mythologie Finnlands ein Ungeheuer, das vor dem Tor der Unterwelt wacht, und in der Landessprache lautet seine Bedeutung wortwörtlich ‚Tod‘. Es gibt auch ein sogenanntes Volk in Äthiopien und bestimmt weitere Entsprechungen in anderen Sprachen.“ Ihre Zusammenarbeit mit Gitarrist und Sänger Heri Joensen von Týr begann 2018. Das darauffolgende Jahr veranschlagten die beiden größtenteils fürs Songwriting und Aufnehmen der Musik ihres ersten gemeinsamen Albums. Ausgangspunkt waren Gesangsmelodien, um die herum die Stücke aufgebaut wurden. Alle klingen sehr dicht, üppig orchestriert und sowohl Gitarren- als auch rhythmusorientiert. Dass sie so kompakt daherkommen, ist Joensen zu verdanken. „Ich schreibe seit Beginn meiner Karriere vor Jahrzehnten epische Musik“, sagt er. „Bei meinen anderen Bands kann ich nicht behaupten, dass ich stets versucht habe, mich kurz zu fassen, doch für Surma war das eher angemessen. Wir achteten stets sehr genau auf die Arrangements der Songs und wollten rasch ohne viel Aufhebens auf den Punkt kommen.“ Trotz des cineastischen Sounds hatten Filme keinerlei Einfluss auf die Beteiligten. Surmøvá lässt sich, wie sie sagt, in erster Linie von vorwiegend niederländischen Sympho- und Prog-Acts inspirieren. Ihr war zudem wichtig, eine breite emotionale Palette auf dem Album zum Ausdruck zu bringen, was nicht leichtfiel. „Wir bemühten uns sehr darum, alle Gefühle zu bewahren, wobei ich von jeder Skulptur zehrte, die mich zum Textschreiben anregte. Beim Aufnehmen hatte ich ehrlich gesagt Schwierigkeiten damit, Emotionen zu vermitteln, denn obwohl ich sie selbst empfand, hatte ich beim Hören der Aufnahmen den Eindruck, sie würden nicht richtig herüberkommen, Ich finde meine Performance immer noch nicht emotional genug und muss weiter daran arbeiten, weil das eine neue Erfahrung für mich ist. Ich langweile mich rasch, wenn ich privat Musik höre, woran die jeweilige Band nicht unbedingt schuld sein muss. Um dies jedoch zu vermeiden, versuchte ich, jedem Lied auf dem Album ein unterschiedliches Gefühl im Vergleich zu den anderen zu verleihen.“

Sich von Statuen anregen zu lassen ist sicherlich ungewöhnlich, wenn es ums Verfassen von Texten geht, aber nachdem sich Surmøvá darauf festgelegt hatte, wusste sie genau, wie sie weiter vorgehen musste. „Ich suchte nach Skulpturen, die mich emotional berührten, und die Geschichten hinter jeder. Davon ausgehend wurden die Lyrics geschrieben. Es sind zwar verschiedene Geschichten, doch das übergeordnete Thema ist die Überwindung von Widrigkeiten. Ausnahmen sind die Figuren ‚Desire und ‚Until it Rains Again‘. Das Lied ‚Desire‘ entstand schon, als ich 15 Jahre alt war, nach meiner ersten verflossenen Liebe, ‚Until it Rains Again‘ hingegen ist meine persönliche Botschaft an alle, die sich manchmal emotional unsicher vorkommen. Niemand führt ein perfektes Leben, und es liegt an uns, etwas daraus zu machen. Ich bin grundsätzlich ein sehr zuversichtlicher Mensch, und demgemäß fallen meine Botschaften auch aus.“ Der Song ‚The Selkie‘ beruht auf eine Erzählung aus Joensens Heimat, den Färöer Inseln, und einer Frauenstatue, die mit dem Fell einer Robbe an einem Strand steht. „Es geht darin um eine Kópakonan oder Robbenfrau. Das Fell wird von einem jungen Mann gestohlen, weshalb sie gezwungenermaßen jahrelang mit ihm zusammenlebt. Als sie das Fell endlich wiederbekommt, kehrt sie zum Meer zurück und verwandelt sich in eine Robbe. Der Mann rächt sich an ihrem Robbenmann, woraufhin sie sich rächt, indem sie alle Inselbewohner verflucht.“ ‚Lost To Time‘ fußt indessen auf einer Statue des norwegischen Bildhauers Fredrik Raddum und dreht sich um Ereignisse auf den Galapagosinseln. Dort wollte sich eine Gruppe Deutscher von der Zivilisation abschotten, wobei einige von ihnen starben – Tode, die bis heute ungeklärt sind. ‚Cages of Rage‘ geht wiederum auf die Statue ‚Liebe“ des Ukrainers Alexander Milov zurück. „Sie besteht aus mehreren Kinderfiguren, die einander ansehen, während ein erwachsenes Paar hinter ihnen sitzt. Der Text bezieht sich auf das menschliche Bedürfnis, Verbindungen zu anderen einzugehen, aber auch aufs Ego, auf Abscheu und Konflikte, die daran hindern.“

Neben dem Kernduo arbeiteten im Studio Bassist Rens Bourgondiën, Drummer Andrey Ischenko (ex-Arkona) und Lars Vinther, der den Großteil der Orchesterarrangements übernahm, nicht zu vergessen Joensen, der seinen kleinen Beitrag leistete. Surmøvá und er behielten das letzte Wort, wobei sie die Produktion selbst in seinem Heimstudio durchführten. Das Schlagzeug wurde in Moskau eingespielt. Aufgrund von Týrs Konzertverpflichtungen und weiteren Unterbrechungen zogen sich die Aufnahmen dahin, doch Joensen vergleicht sie mit einem „Spaziergang“, worin sich einmal mehr bestätigt, wie gut die zwei miteinander harmonieren. Positiv bleiben möchten sie auch und gerade in Zukunft. „Ich würde gern oft live spielen und eine enge Beziehung zu meinen Bandkollegen entwickeln, andere Menschen mit unserer Musik und Performance berühren“, zählt Surmøvá auf. „Ich glaube, dass wir Gutes auf dieser Welt bewirken und jedem helfen können, der harte Zeiten durchmacht – sie dabei unterstützen, Hoffnung in die Zukunft zu schöpfen, und generell gute Stimmung bei allen verbreiten, die unsere Musik hören.“


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