Sorcerer


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Anders Engberg: Vocals
Kristian Niemann: Guitar
Peter Hallgren: Guitar
Justin Biggs: Bass
Richard Evensand: Drums

Sorcerer werden seit jeher als “Epic Doom”-Band bezeichnet – ein Begriff, der zwar passt, ihre Musik aber nicht auf den Punkt bringt, und das hat man noch nie so deutlich gehört wie auf ihrem dritten Album Lamenting of The Innocent. “Wir wollten uns in jeder Hinsicht weiterentwickeln und setzten uns keine Grenzen”, stellt die Band klar. “Die Stimmung von The Crowning of The Fire King (2017) sollte beibehalten, aber mit etwas Frischem angereichert werden, also gibt’s diesmal beispielsweise Growls, und wir halten die Platte generell auf verschiedenen Ebenen für ziemlich breitgefächert. Manches ist härter und schneller als unsere älteren Sachen, doch wir haben auch ruhigere, entspannte Momente eingebaut. Der Sound sollte sich in alle Richtungen ausweiten. Beim Komponieren denken wir eigentlich nicht bewusst darüber nach, dass die Musik nach Sorcerer klingen soll, sondern machen einfach, was uns gefällt, wobei starke Melodien, ein raumgreifender, fetter Klang, schwere und düstere Riffs sowie hymnische Refrains wichtig sind; so entsteht zumindest derzeit ein mustergültiger Sorcerer-Song.”

Die Besetzung des schwedischen Quintetts änderte sich nach The Crowning of The Fire King. Zu den langjährigen Gitarristen Kristian Niemann und Peter Hallgren sowie Sänger Anders Engberg stießen Bassist Justin Biggs und ihr früherer Schlagzeuger Richard Evensand, die Sorcerer neuen Schwung und Pep verliehen haben. “Justin spielte nicht nur sein Instrument, sondern sang auch und schrieb Texte. Es tut gut, wenn sich ein neues Mitglied gleich auf markante Weise einbringt, und das haben wir uns auch gewünscht. Wir wollten nicht bloß einen Bassisten, sondern einen Co-Songwriter.” Evensand spielte bereits auf Sorcerers zweitem Demo Anfang der 1990er, gehörte seitdem mehreren Metal-Bands und wurde als Rückkehr herzlich empfangen. “Er ist ein absolutes Tier hinterm Kit, sowohl technisch mit richtig krassen Fills und komplexen Rhythmen als auch gehörigem Groove. So was erlebt man echt selten, denn die meisten Drummer haben entweder das eine oder das andere.” Nachdem die Lücken im Kader gefüllt waren, nahm man sich vor, die neue Scheibe vor der Festivalsaison im Sommer 2020 fertigzustellen. Die Arbeiten begannen im Frühling 2019, sodass die Musiker ein Jahr Zeit hatten. Wie schon zuvor ließ die Band zu, dass ihre Einflüsse durchschimmerten, und lockerte ihren epischen Doom mit Elementen aus Prog und Post Metal, klassischem Stahl und Hardrock auf. “Wir lassen unsere Jugendzeit mit dieser Musik aufleben, Bands wie Rainbow, Black Sabbath, Iron Maiden und dergleichen. Sie alle haben uns inspiriert, und wir verleihen unseren Songs gern etwas ähnlich Dramatisches. Für uns ist ausschlaggebend, dass ein Lied den Hörer mitreißt, vielleicht in eine andere Welt oder an einen Fantasieort , und den alten Hasen gelang das mit Bravour. Zeitgenössische Acts beflügeln uns aber genauso mit ihren Arrangements und Orchesterpassagen. Die Muse kann dich von überall her küssen, aber wir sind uns sicher, den charakteristischen Sorcerer-Sound getroffen zu haben. Es wirkt sehr vertraut.”

Der Titel bezieht sich auf die Inquisition und Hexenverfolgungen, sowohl aus der Perspektive einer einfachen Person als auch der Kirche, sowie das Leiden während jener Zeit der weitläufigen Unterdrückung und Terrorisierung. “Wir haben uns mehr oder weniger stark auf das Wesen des Menschen konzentriert, etwa die verschiedenen Phasen der Trauer, also Verdrängung, Wut, Abwägen, Depression und Hinnahme. Das fanden wir insofern passend, als die Hexenverfolgung quasi zu einem Massentrauma führte. Wir selbst haben ebenfalls alle jemanden verloren und empfanden das als ungerecht oder wollten es nicht wahrhaben. So konnten wir uns dem Thema aus einem persönlichen Blickwinkel nähern. Beide Seiten zusammen ergeben eine authentische Beschreibung der Umstände.” Der Track ‚The Hammer Of Witches’ erzählt von der Katholischen Kirche und durchs Land reitenden Rittern auf der Suche nach Hexen, die ihre Macht missbrauchten, um Unschuldige niederzumachen und die Dörfer nacheinander von Satans vermeintlichen Jüngern zu befreien. ‚Condemned’ handelt von einer als Hexe beschuldigten Frau, die auf ihre Verbrennung wartet, und ihrer Qual beim Blick durchs Zellengitterfenster auf den Platz mit ihrem Scheiterhaufen. Das abschließende ‚Path To Perdition’ ist textlich vielleicht das anspruchsvollste Stück und behandelt die wütende Trauerphase. “Wir beschreiben hier, wie die Bewohner eines Ortes ihren Priester auf die Straße und einen Scheiterhaufen zerren, so wie er es zuvor für viele unschuldige Leute anordnete. Sie lechzen nach Vergeltung, was unseres Erachtens in diesem Fall berechtigt ist. Im Mittelteil des Songs gibt es eine Art Zwischenspiel, in dem verdeutlicht wird, was der Priester durchmacht. Das sollte einen Kontrast zu seinem Gotteswahn setzen und klarstellen, dass er nicht in den Himmel auffährt sondern in eine alptraumhafte Unterwelt, die seiner Verkommenheit entspricht. Zu verbrennen mag zwar grausam sein, doch wir finden, dass jemandem dessen Vermächtnis auf Schmerz und Marter gründet, selbst ein Folterer ist und den Tod durchaus verdient, so wie es in dieser Erzählung geschieht.”

Die Band, die sich selbst als perfektionistisch bezeichnet, produzierte das Album in Eigenregie und strebte nichts weniger an als das Bestmögliche in allen Aspekten. Als einzige Gehilfen bei der Realisierung von Lamenting Of The Innocent traten Ronnie Björnström, der die Songs mischte und masterte, sowie Conny Welén als zusätzlicher Songwriter ins Bild. “Sie waren schon an unseren früheren Alben beteiligt und sind jetzt unverzichtbar für unseren Sound, außerdem tolle Menschen und Vollprofis. Wir halten Ronnie für einen sträflich unterschätzten Mixer und Toningenieur; er verleiht Bands schnell einen mordsmäßigen Klang und bewahrt stets einen kühlen Kopf, egal wie viele E-Mails man ihm schreibt oder wie oft man ihn anruft, mit Fragen löchert, Änderungen verlangt und so weiter. Die Arbeit mit ihm ist eine Freude.” Das Lied ‚Deliverance’ bringt auch die einzigen Gäste auf dem Album zu Gehör, Johan Langquist von Candlemass und den renommierten schwedischen Cellisten Svante Henryson. “Sie haben der Nummer eine weitere Dimension verliehen, weshalb wir ihn uns nicht mehr ohne ihre Beiträge vorstellen können. So sollte es immer sein, wenn man Gastmusiker hinzuzieht; sie steuern etwas bei, das man nicht selbst auf die Reihe kriegen würde.”

Die Kombination all dessen ergab das hingebungsvollste, eindringlichste aller bisherigen Sorcerer-Alben, womit einer der feinsten Exporte Schwedens die nächste, spannende Phase seiner Karriere einläutet. Wenn es nach der Band geht, tut sie nächstes Jahr um diese Zeit schlicht dies: “Wir touren in Europa, Asien und Amerika, damit uns möglichst viele Menschen live sehen. Das ist unsere Hauptpriorität für die nächsten zwölf Monate.”






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