Portrait


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Per Lengstedt: Vocals
Christian Lindell: Guitar
Fredrik Petersson: Bass
Anders Persson: Drums

Was modernen Heavy Metal angeht, gibt es wenige Bands, die Portrait das Wasser reichen können. Die Schweden gehen seit anderthalb Jahrzehnten ihren eigenen Weg und haben das etablierte, langlebige Genre mit frischem Schwung in neue Richtungen geführt. „Wir versuchen nicht, einen traditionellen Sound zeitgemäß zu halten“, erklärt Gitarrist Christian Lindell, „sondern möchten unseren eigenen Sound entwickeln. Metal der alten Schule spielte vielleicht auf unserem ersten Demo und Debütalbum eine Rolle, doch seitdem besteht unser Hauptziel darin, uns einen eigenständigen Stil zu erarbeiten und dem, was es schon gibt, etwas hinzuzufügen. Anfangs lässt man sich von anderen inspirieren – Einflüssen von außen, sonstigen Bands, Alben und so weiter –, aber irgendwann solltest du in der Lage sein, dich von und aus dir selbst inspirieren zu lassen. Erst wenn das geschieht, wird es interessant.“

Nach dem gefeierten Album Burn The World (2017), das Lindell treffend als „intensiv und von hoher Energie durchdrungen“ beschreibt, kehrt die Band mit dem Machtwerk At One With None zurück. Obwohl Fans sofort erkennen werden, dass ihre Helden dahinterstecken, wärmen Portrait nicht bloß alte Ideen auf, sondern meiden Gefilde, die sie schon betreten haben. „Ich halte mich an die simple ‚Regel‘, dass kein Song für die aktuelle und auch alle zukünftigen Platten irgendeinem anderen ähneln soll, den wir schon komponiert und veröffentlicht haben. Wir machen das alles jetzt seit 15 Jahren, und ich darf wohl mit Stolz behaupten, dass es uns gelungen ist, eine eigene Identität, einen individuellen Sound zu finden, was man heutzutage eigentlich nicht von vielen Bands sagen kann. Das ist unsere größte Leistung, wobei wir unsere Grenzen noch ausloten und diesen Sound weiterentwickeln wollen, ohne uns zu wiederholen.“ Dass sich diese Einstellung bezahlt macht, lässt sich nicht leugnen, denn das Album ist eine unerlässliche Ergänzung des Gesamtwerks der Band. Die zweifellos hohen Ansprüche, die sie an sich stellt, spiegeln sich auf allen Ebenen wider, nachdem sich die Musiker selbst gefordert und geweigert haben, von einem Song abzulassen, bis er perfekt war. „Wir nehmen das sehr ernst. Arrangements zu verändern oder Parts aus Liedern zu streichen, mit denen man monatelang zufrieden war, wenn man plötzlich erkennt, dass sie nicht gut genug sind, ist immer schwierig. Unterbewusst möchte man sich ständig weismachen: ‚Diese Nummer ist jetzt fertig und wird bestimmt funktionieren, machen wir mit der nächsten weiter‘, und manchmal fällt es schwer, das Gegenteil zu akzeptieren. Riffs, Melodien oder ganze Passagen sind nie stark genug, wenn sie nur ‚funktionieren‘, sondern müssen etwas Zusätzliches bieten, ansonsten werden sie verworfen.“ Portrait begannen im ersten Halbjahr 2019 mit dem Komponieren und stellten elf Tracks fertig, die sie gemessen an ihren durchschnittlichen Songlängen als zu umfangreich empfanden, also galt es im Anschluss, jene auszuwählen, die fürs Album berücksichtigt werden sollten. Damit hadert jede Band, die sich für alles, was sie schreibt, eine Menge Arbeit macht, und dieser Vorgang fand seinen Abschluss während der Aufnahmen im Oktober 2020.

Inhaltlich geht es in allen Songs um unterschiedliche Formen von Spiritualität. „Ich betrachte diese Welt und unser Dasein von einer gnostischen Warte aus, was logischerweise auf die Texte abfärbt“, so Lindell. „Einige sind ‚philosophisch‘, andere beschreiben auf diese oder jene Art Erfahrungen, die ich mit dem Ungesehenen gemacht habe.“ Das Titelstück handelt vom Hinterfragen allgemein angenommener „Wahrheiten“ über alle Bereiche des Seins: Warum sind bestimmte Dinge so, wie sie zu sein scheinen? „Man kann den Titel und Inhalt auch so deuten, dass wir uns auf den göttlichen Funken aller rebellischen Geister beziehen, die mit niemandem auf dieser Welt einig sind und sich über sämtliche Grenzen hinwegsetzen wollen, um sich mit dem Nichts zu vereinen – also dem, was vor und jenseits von allem steht.“ ´Phantom Fathomer´ bezieht sich indes auf menschliche Herdenmentalität und vor allem unsere blinde Hörigkeit gegenüber Autoritäten, wobei der Text fast sarkastisch wirkt, was im Grunde ein Novum für die Band ist. ´He Who Stands´ geht wiederum in eine andere Richtung: „Das ist einer der Titel, die [Häretiker] Simon Magus zugeschrieben sind, und steht für einen Menschen mit starkem Geist, der sich weigert, ihm von anderen auferlegte Grenzen anzuerkennen, indem er durch magische Praktiken und Initiation auf dem Pfad der spirituellen Werdung wandelt.“ Nach Fertigstellung der Lyrics und Songs nahm die Band sie ohne besondere Zwischenfälle in den JFK Studios in Kristianstad auf und ließ sie in Dänemark von Tommy Hansen (Helloween, Hatesphere) abmischen – was etwas komplizierter und stressiger wurde. „Am Ende waren wir ziemlich erschöpft. Ein transparenter Mix wird offensichtlich schwierig, wenn alles Mögliche gleichzeitig passiert, aber wir sind mit dem Ergebnis zufrieden.“ Nun da alles hinter den Musikern liegt, sind sie bereit für den nächsten Schritt, egal was dafür nötig ist. „Wir planen schon für ein weiteres Album, das sich deutlich von allen bisherigen unterscheiden wird, und wollen darüber hinaus möglichst bald auf Tour gehen. Die Regierenden sollen entscheiden, wann man wieder Konzerte geben darf, und die Beschränkungen aufheben; früher oder später wird es soweit sein…“








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