Ensiferum


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Ensiferum sind echte Energiebündel, wenn es um Folk-inspirierten Melodic Death Metal geht, und davon legt ihr achtes Studiosalbum Thalassic entschieden Zeugnis ab. Der Titel leitet sich von einem altgriechischen Begriff für etwas ab, das aus dem Meer stammt oder sich darauf bezieht, und dementsprechend gewaltig wie weitläufig sind auch die enthaltenen Songs als vertraute Kombinationen aus orchestralem Bombast und traditionell akustischer Instrumentierung gegenüber verzerrten Gitarren, Bass und Schlagzeug. „Ich finde, wir haben uns musikalisch wieder ein bisschen weiterentwickelt und zugleich die besten Elemente unseres bisherigen Sounds beibehalten“, sagt Bassist und Sänger Sami Hinkka. „Vieles klingt ganz klassisch nach uns – hübsch folkloristische Melodien, Arschtreter-Riffs, abwechslungsreiche Gesangsstile und Refrains, die man mitgrölen kann.“

Der monumentale Vorgänger Two Paths erschien vor drei Jahren, woraufhin das Quintett beständig neues Material schrieb. Jenes Album und das vorangegangene (One Man Army, 2015) gehören für die Band zusammen, wohingegen sie sich diesmal ins Ungewisse stürzen und etwas Neues erschaffen haben. Der verschwenderisch orchestrale Opener ‚Seafarer‘s Dream‘ schindet zweifellos gehörigen Eindruck, doch danach fährt die Gruppe die instrumentale Opulenz ein wenig zurück. „Das dürfte ein fester Bestandteil unseres Sounds geworden sein, obwohl wir auf diesem Album seltener darauf zurückgreifen, weil sich die Songs als eher geradlinig metallisch herausstellten. Weil wir die Geschichten und die Stimmung jeweils hervorheben möchten, greifen wir dafür auf Stilmittel zurück, die wir für am besten geeignet halten, also müssen die sinfonischen Parts auch wirklich passen, statt um ihrer selbst willen eingesetzt zu werden.“ Stücke wie ‚Rum, Women, Victory‘ oder ‚Run From The Crushing Tide‘ sind sicherlich direkter Metal, doch es gibt auch Kontraste wie ‚Midsummer Magic‘ und das triumphale ‚Andromeda‘. Zur Umsetzung zog die Band ihren neuen Keyboarder Pekka Montin hinzu, der auch klar singt und „einige Songs echt noch mal deutlich aufgewertet hat.“ Mikko P. Mustonen kümmerte sich indessen erneut um die Orchesterarrangements, und der Geigenvirtuosen Lassi Logren spielte in einigen Tracks die Akustikparts ein.

Thalassic hebt sich aber vor allem dadurch von Ensiferums Backkatalog ab, dass die Band erstmals einem thematischen Leitmotiv folgt. „Die Idee dazu kam mir schon, während ich Interviews zu Two Paths gab. Journalisten fragten mich nach dem zugrunde liegenden Konzept, wobei mir bewusst wurde, dass wir so etwas aufgrund unserer Kompositionsweise nicht bieten. Dieser Umstand ärgerte mich zusehends, weshalb ich mir vornahm: Auf unserer nächsten Platte zieht sich ein roter Faden durch die Texte. Damals hatten wir schon ein paar Lieder geschrieben, die fast aufnahmebereit waren, und beim Hören der Demos gewöhnte ich mir an, stärker aufs Feeling zu achten, als sie musikalisch zu analysieren. Irgendwie fühlte ich mich ständig ans Meer erinnert, womit das Leitmotiv feststand: die See oder etwas mit Wasser. Ich fing an, mich mit Geschichte, Legenden und Sagen aus verschiedenen Ländern zu beschäftigen, die etwas damit zu tun hatten, doch obwohl die Texte davon durchdrungen sind, bemühte ich mich, das heroische Moment von Ensiferum beizubehalten. Letztlich waren es zu viele Textideen, weil ich mich nicht einschränkte; am liebsten hätte ich skandinavische Storys und zahllose andere übernommen, wohingegen eines meiner Lieblingssstücke auf Andromeda aus der griechischen Mythologie bezieht. Ob wir auch in Zukunft so verfahren werden, weiß ich noch nicht, aber mindestens einmal wollte ich auf diese Weise Texte verfassen.“

Thalassic wurde in den Petrax und Sonic Pump Studios von Janne Joutsenniemi aufgenommen und produziert, der die Band schon auf Victory Songs (2007) und From Afar (2009) betreut hat. „Weil die Songs meistens zu 99,9% fertig sind, wenn wir in einem Studio aufschlagen, besteht die Hauptaufgabe des Produzenten nur noch darin, uns beim Einspielen Feuer unterm Hintern zu machen. Janne Joutsenniemi ist fraglos Weltklasse, also suchten wir seinen Rat, wenn wir an Details zweifelten. Die Arbeit mit ihm war wieder ein Vergnügen, und wahrscheinlich gingen uns Studio-Sessions noch nie so leicht von der Hand wie diesmal. Wir sind äußerst zufrieden mit dem Ergebnis; sorgfältig Demos anzufertigen zahlt sich aus, denn dann hat jeder ein anschauliches Bild davon, wie die Lieder am Ende klingen werden.“ Gyula Havanchak zeichnet fürs Artwork verantwortlich, und auch hier haben Ensiferum einen neuen Maßstab gesetzt. Das Cover spiegelt die Songinhalte lebhaft wider und bringt auch das Leitthema zur Geltung. In Zukunft möchte die Band weiterhin das tun, was sie am besten kann. „Wir fühlen uns wirklich geehrt, von der Musik leben zu können, aber man weiß nie, was morgen sein wird. Hoffentlich können wir damit weitermachen, was wir so innig lieben. Ich hoffe besonders auf eine Tour im Vorprogramm einer wesentlich größeren Band, weil in der Folk-, Pagan-, Battle-, oder was-auch-immer-sonst-Metal-Szene schon jeder Ensiferum kennt. Also Steve Harris, falls du das hier liest: Wir sind bereit!“






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