Endseeker


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Mit ihrem zweiten Album haben die Hamburger Endseeker ihren Sound gefunden. “Wir spielen Death Metal der alten Schule mit Einflüssen von Entombed, Dismember, Grave und anderen schwedischen Bands, aber The Harvest dürfte unsere Eigenständigkeit zeigen. Unser persönliches Verhältnis zueinander war schon immer fabelhaft, aber wir sind mit der Zeit noch fester zusammengewachsen. Jeder hat seine Rolle innerhalb der Band gefunden, und wir wissen, wie wir zusammen funktionieren. Bei uns läuft alles total zwanglos.” Und zwanglos wirkt in der Tat alles auf The Harvest. Die Songs weisen einen natürlichen Flow auf, klingen aber nicht vorhersehbar, und richten gehörigen Schaden an, so wie sie aus den Boxen ballern. “Die Platte ist sehr facettenreich ausgefallen und steckt voller Überraschungen. Der Gesang ist abwechslungsreich, die Melodien gehen schnell ins Ohr, doch von Mainstream kann keine Rede sein. Unsere Einflüsse schimmern noch durch, obwohl wir hoffen, dass wir dem Ganzen einen neuen Dreh, etwas Gegenwartsrelevantes verliehen haben.

Nachdem ihr Debüt Flesh Hammer Prophecy 2017 höhere Wellen geschlagen hat, stand die Band mit Kalibern wie ihren Label-Kollegen Cannibal Corpse oder Hatebreed, Mantar, Kvelertak und Milking The Goatmachine auf der Bühne. Als es daran ging, einen Nachfolger in Angriff zu nehmen, dachten die Mitglieder zunächst wie Fans und nahmen sich vor, den europäischen Death Metal auf möglichst zünftige Weise zu zelebrieren. “Wir wollten immer noch dieselbe Band mit dem Namen Endseeker sein, uns aber auch weiterentwickeln und nicht dieselbe Platte noch einmal aufnehmen. Die Neue sollte eine runde Sache werden, vielfältig und spannend. Sicherlich bleiben wir fest im klassischen Death Metal verwurzelt, aber das Album verleiht dem Genre hier und dort auch frische Nuancen.” Das erbarmungslose ‘Parasite’ stellt zu Beginn eindeutig klar, dass das Quintett seit Flesh Hammer Prophecy härter geworden ist und 2019 so kraftvoll zuschlägt wie nie zuvor. “Der Song tritt dir mitten ins Gesicht und bringt die Botschaft des Albums eindeutig rüber: Vorwärts und nicht zurückschauen! Uns schwebte ein völlig anderer Opener im Vergleich zu Flesh Hammer Prophecy vor, das mit einem episch melodischen Intro anfing. Die Nummer sollte tierisch brutal sein und direkt klarstellen, dass wir nicht verweichlicht sind.” Diese Brutalität bleibt über die gesamte Spielzeit der neun enthaltenen Tracks bewahrt, sei es auf der Überholspur, wie während ‘Spiritual Euphoria’ oder langsamer, wie in den grobschlächtigen Walzen ‘Cure’ und ‘Epitome Of Decadence’.

Der Titel des Albums spiegelt unter anderem den gemeinsamen Weg der Band wider. Jeder hat alles dafür gegeben, dass die Gruppe musikalisch da steht, wo sie jetzt ist. “Als wir bei Metal Blade unterschrieben, wurde unser Traum wahr, ein Album in einem solchen Umfeld herausbringen zu dürfen. Wir haben jahrelang geschuftet, Erfolge und Niederlagen erlebt – alles aus Leidenschaft, und jetzt ernten wir die Früchte dieser Anstrengungen.” Das Album erscheint im September, also passend zur Erntezeit, die auch in mehreren Texten zum Tragen kommt. “Im Herbst fängt die Natur an, herunterzufahren. Obst und Getreide sind reif, Felder werden abgeerntet, Mensch und Tier bereiten sich auf den Winter vor, indem sie Vorräte anhäufen. Es ist auch eine Zeit des Todes: Die Bäume verlieren Laub, der Winterschlaf rückt näher, die Tage werden kürzer, und bald wird alles grau. Zu beobachten, wie alles abzusterben scheint, ist geradezu zauberhaft, weil es im Frühjahr quasi wiederbelebt wird und der Kreislauf von Neuem beginnt. Diese prägnanten Bilder hängen eng mit unserem Verständnis von Death Metal zusammen; er ist grausam und faszinierend wie die Natur, also drehen sich unsere aktuellen Texte auch zu großen Teilen um naturbezogene Themen.

Das Album wurde im Rahmen eines für alle Beteiligten reibungslosen Prozesses wie bereits Flesh Hammer Prophecy mit dem Produzenten Eike Freese (Heaven Shall Burn, Deep Purple, Gamma Ray) in dessen Chameleon Studios in Hamburg aufgenommen. “Eike hat die Gabe, das Optimum aus einem Musiker herauszuholen, ohne Druck auszuüben. Das macht immer eine Menge Spaß. Wir haben ein paar Bier gezischt und es uns gutgehen lassen, während die Songs nach und nach Gestalt annahmen. Bei uns wird nichts daheim eingespielt und dann zum Re-Ampen mit ins Studio genommen. Wir wollten alles in den Chameleon Studios aufnehmen, weil es eben Unterschiede zwischen Mitschnitten zu Hause und in einem Studio gibt.” Die Gruppe lud zudem Grave-Axtschwinger Mika Lagrén ein, um Marty Friedmans Solopart in ihrer Coverversion von Megadeths ‘Symphony Of Destruction’ zu übernehmen, die auf dem Digipak enthalten sein wird. “Nach unserer Interpretation von Entombeds ‚Supposed To Rot’ und ‚Powder Burns’ von Bolt Thrower wollten wir diesmal keinen Death-Metal-Song nachspielen. Wir schlugen verschiedene Nummern vor und überlegten, welche sich am besten eignen würde. Auf einmal fragte jemand: ‘Wie wäre es mit “Symphony Of Destruction”?’ Die Idee fanden wir alle verdammt cool. Schließlich gibt es niemanden, der das Stück nicht liebt, oder? Außerdem ist es textlich nach wie vor brandaktuell, ein rundum vollkommenes Meisterwerk.

Die Band hat schon konkrete Pläne, was Tourneen angeht, und hofft, mithilfe ihres Labels weitere Kreise ziehen zu können, um in so vielen Regionen außerhalb Deutschlands wie möglich aufzutreten. Bis dahin konzentriert sie sich weiter darauf, sie selbst zu bleiben und dabei eine gute Zeit zu verleben. “Wo Endseeker draufsteht, ist auch Endseeker drin. Die Band spiegelt wider, wer wir sind. Keine Faxen, kein verkrampftes ‚Evil’-Gehabe. Wir nehmen uns selbst nicht allzu ernst. In dieser Band geht es um den Spaß an der Sache unter Freunden. Wir sind authentisch, ob wir nun auf der Bühne schreddern oder am Merchandise-Stand einen mit den Fans trinken – einfach Typen von nebenan, die klassischen Death Metal zocken!


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