Cirith Ungol


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Tim Baker: Vocals
Greg Lindstrom: Guitar
Robert Garven: Drummer
Jim Barraza: Guitar
Jarvis Leatherby: Bass

Wenige Bands aus dem Heavy-Metal-Underground blicken auf eine so bemerkenswerte, unglaubliche und ermutigende Geschichte zurück wie Cirith Ungol. Sie handelt von bahnbrechender Innovation, tiefsten Enttäuschungen, freiwilligem Exil, populistischem Feuereifer und schlussendlich weltweiter Würdigung.

Die Gruppe entstand in den frühen 1970ern im kalifornischen Ventura, also lange vor den verbindlichen Konventionen und gutgepflegten Bräuchen, die den Metal heutzutage als Genre bestimmen. Es gab kein Regelbuch oder Vorgaben, denen man folgen konnte, weshalb Cirith Ungol beides mit der Zeit einfach selbst entwickelten, wobei sie ihrer Fantasie freien auslebten und sich von ihrer Kreativität leiten ließen.

Cirith Ungol machten in der Szene erstmals mit ihrem selbst finanzierten Debütalbum Frost and Fire von sich reden, das im April 1981 auf ihrem eigenen Label Liquid Flame Records erschien. Es klang verschroben und geheimnisvoll, rätselhaft und exzentrisch, episch und weitläufig, vor allem aber kompromisslos und in erdrückendem Maß heavy, finster und unheivoll. Cirith Ungols Texte waren stark von der High Fantasy der Schriftsteller J.R.R. Tolkien (ihr Name ist seinem Der Herr der Ringe entlehnt) und Michael Moorcock beeinflusst. Als Cover verwendete die Band den arrivierten Fantasy-Maler Michael Whelan, nachdem dieser ihnen die Verwendung seines Gemäldes Stormbringer erlaubt hatte, das auch den Einband von Moorcocks gleichnamigem Roman beim Verlag DAW Books zierte. Dieses Artwork fungierte als perfekte visuelle Ergänzung zur Musik auf Frost and Fire und begründete eine freundschaftliche Zusammenarbeit des Künstlers mit der Band, die bis zum heutigen Tag andauert.

Cirith Ungol brachten zwei weitere Alben heraus, deren Klassiker-Status mittlerweile in Stein gemeißelt steht: King of the Dead und One Foot in Hell. Da sich Anfang der 90er allerdings das Klima für althergebrachten Metal änderte, die Gruppe unter Umbesetzungen litt und die Aufnahmen ihrer vierten LP Paradise Lost als negative Erfahrung verbuchen musste, sah sie sich zusehends enttäuscht. Dieser Frust führte schließlich dazu, dass sie sich im Mai 1992 auflöste.

Über die Jahre hin rumorte es in Europa zunächst kaum wahrnehmbar, dann immer lauter: Die eingefleischten Fans dort hatten die „Kings of the Dead“ nicht vergessen oder den Traum aufgegeben, sie live zu sehen. Ihre leidenschaftlichen Forderungen nach Cirith Ungols Rückkehr hörten nicht auf, bis der schlafende Riese im Winter 2015 endlich nach langer Überlegung erwachte. Das Quartett – Drummer Robert Garven, Sänger Tim Baker sowie die beiden Gitarristen Greg Lindstrom und Jim Barraza – schickten sich an, den Rost abzukratzen, und fanden ihren alten Zauber wieder. Er war noch da. Da sich Bassist Flint nicht beteiligen konnte, fanden Cirith Ungol in Night-Demon-Frontmann Jarvis Leatherby Ersatz. Ihn als erfahrenen Musiker und Fan seit Urzeiten für den Posten zu wählen, lag auch deshalb nahem, weil er sich maßgeblich für die Reunion starkgemacht hatte.

Am 8. Oktober 2016 feierten Cirith Ungol ihre offizielle Rückkehr auf die Bühne, indem sie als Headliner beim Frost and Fire II Festival im Majestic Ventura Theater auftraten. Sie standen vor einem ausverkauften Rund voller Metal-Fanatiker und Freunde, die in ihrer Heimatstadt zusammengekommen waren, um die Auferstehung der „Kings“ zu erleben. Jene Nacht entschädigte für vieles, und um Garven zu zitieren: „Als die Sterne richtig standen, stiegen Cirith Ungol aus ihrer uralten Gruft, um eine arglose Welt zu verwüsten.“ Zwei Tage später im Sog ihres Festivalerfolgs wurde die Band von der Stadt Ventura geehrt, die den 10. Oktober des Jahres zum „Cirith Ungol Day“ erklärte.

In den darauffolgenden Jahren hielten Cirith Ungol an dem Vorsatz fest, ihre Musik möglichst vielen Menschen auf der ganzen Welt nahezubringen. Sie spielten auf ausgesuchten großen Festivals in Nord- und Südamerika sowie Europa. Derzeit ist jede ihrer Shows etwas Besonderes und lockt ein Publikum, das aus aller Herren Länder anreist, um sie zu sehen. Deshalb war die Veröffentlichung eines ersten offiziellen Konzertmitschnitts nur angemessen und erfolgte im Oktober 2019 unter dem Titel I‘m Alive als umfangreiches Doppelalbum, DVD-Set und Box über Metal Blade. Dieser Release zeigte die Band auf dem Zenit ihres finsteren, mystischen Schaffens vor verzückten Zuschauern in Griechenland und Deutschland, ein anschauliches Zeugnis von Cirith Ungols Power und Erhabenheit auf der Bühne.

Nun da ihre Wiedervereinigung fünf Jahre her ist, präsentiert die Gruppe voller Stolz Forever Black – die erste Sammlung von komplett neuem Material seit 29 Jahren! Die Veröffentlichung des Albums am 24. April 2020 fällt passenderweise mit Cirith Ungols doppeltem Headliner-Auftritt beim Keep It True Festival in Deutschland zusammen. Damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen: Forever Black klingt in jeder Hinsicht nach dem klassischen Stil der Band. Ihre charakteristisch dunkel dräuenden Riffs, der hämmernde Rhythmus und markerschütternde Gesang entlarven sie sofort als die „Kings of the Dead“. In kompositorischer Hinsicht enthält Forever Black alle Elemente, die man von Cirith Ungol schätzt, angefangen bei dem belebend flotten Weckruf ‚Legions Arise‘ über ‚The Frost Monstreme‘, einen cleveren Rückgriff auf vergangene Großtaten, bis zum feierlich dynamischen ‚Stormbringer‘ und dem selbstbewussten Titelstück am Ende. Die Texte auf dem Album spannen einen Bogen von anspruchsvoller Fantasy über Schlachtrufe für die Anhänger der Band bis zu apokalyptischen Visionen mit viel Pech und Schwefel. Das i-Tüpfelchen ist ein weiteres bestechendes Cover von Michael Whelan, dessen prachtvolle Kunst untrennbar mit Cirith Ungol verbunden bleibt.

Forever Black legt vier Jahrzehnte nach der Gründung der Band schlicht und ergreifend Zeugnis von Cirith Ungols Langlebigkeit und Vorherrschaft auf dem Classic-Metal-Pantheon ab. Es ist ein Geschenk an die unentwegte und weiterhin wachsende Schar ihrer jungen wie alten Fans, die ihren Glauben an sie nie aufgegeben, sie aus dem Ruhestand gelockt und nach ihrer Reunion angespornt haben. Außerdem führt das Album den Mythos Cirith Ungol als wertvolle und willkommene Erweiterung ihres verwegenen musikalischen Vermächtnisses fort. Und es entspricht einem Faustschlag in die Gesichter jedes Ungläubigen, der Cirith Ungols unerschütterliche Entschlossenheit und flammende Hingabe gegenüber ihrer magischen Kunst bezweifelte.

Wie Robert Garven gerne sagt, sind Cirith Ungol „ein Abwärtsstrudel ins Metal-Chaos!” Mögen sie uns noch lange erhalten bleiben!










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