Capra


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Crow Lotus: Vocals
Tyler Harper: Guitar
Jeremy Randazzo: Drums
Ben Paramore: Bass

„Dieses Album klingt so, als sei man in einem winzigen Raum mit einem unversöhnlichen Monster eingeschlossen“, sagt Capra-Gitarrist Tyler Harper, und beim Hören von In Transmission ist man geneigt, ihm zuzustimmen. Das Langspieldebüt des Quartetts aus Lafayette im US-Bundesstaat Louisiana spielt eine einzigartige Mischung aus Metal, Punk und Hardcore, die von Anfang bis Ende mitreißt. „Wir haben alle jahrzehntelang in verschiedenen lokalen Projekten gezockt. In vielerlei Hinsicht vermittelt unsere Musik deshalb ein Gefühl von leidenschaftlicher Frustration und Konflikten, die wir austrugen, während wir trotz zahlreicher Rückschläge versuchten, diese Platte zu realisieren, wobei uns nicht bewusst war, dass sie schon in uns steckte. Ich denke, das kommt in den harten, aggressiven Riffs und den nahbaren, prägnanten Texten zum Ausdruck.“

Capra wurden 2016 von Harper und Schlagzeuger Jeremy Randazzo gegründet, nachdem sie wie erwähnt zuvor in mehreren anderen Bands zusammengearbeitet hatten. Hinter ihm lag gerade ein 90-tägiger Aufenthalt in der Reha, woraufhin er etwas Neues in Angriff nehmen wollte. Die ursprüngliche Idee bestand darin, etwas Frisches zu schaffen, das dennoch Nostalgie im Geiste des Hardcore und Punk der späten 1990er bzw. frühen 2000er Jahre vermittelte. Nach einigen Besetzungswechseln war die Besetzung mit Bassist Ben Paramore und Sängerin Crow Lotus komplett. „Diese Band beweist, dass harte Arbeit, Entschlossenheit, Hingabe und Tatkraft zum Erfolg führen können. Wir sind alle sehr offen, was unsere vergangenen Kämpfe angeht, und möchten anderen helfen, aus dem Loch zu klettern, in dem sie zu stecken glauben“, erklärt Harper. In Transmission markiert buchstäblich den Höhepunkt jahrelanger harter Arbeit, die alles widerspiegelt, was die Musiker seit der Festigung des Line-ups geschrieben und in die Gruppe investiert haben. „Wir wollten, dass es die heavieste und umfassendste Platte ist, die zu machen wir in der Lage sind. Sie besteht nur aus den besten Songs, die wir über Jahre hinweg gemeinsam geschrieben haben. Es ist unsere bislang stärkste, und wir sind sehr stolz sowohl auf die Lieder als auch uns selbst. Darum hoffen wir, dass sich das Album wie ein Werk vollkommener Leidenschaft anhört – denn das ist es“, sagt Paramore. Dennoch hat sich die Band beim Schreiben nie krampfhaft selbst unter Druck gesetzt. „Wir wollten das Optimum herausholen und deshalb nichts erzwingen. Normalerweise werden Songs erst mal sacken gelassen und dann weiter ausgefeilt, bis sie insgesamt organisch klingen”, so Paramore weiter. „Gelegentlich streiten wir über einzelne Tracks, aber wenn sie nicht überzeugen, haben wir in der Regel zwei andere in der Hinterhand, die wir stattdessen heranziehen und bearbeiten können.“ Eine weitere Besonderheit der Band ist die atemberaubend eindrucksvolle Qualität ihrer Riffs, worin sich Harpers Einstellung zum Schreiben widerspiegelt. „Ich schreibe gerne solche, bei denen man nicht vorhersagen kann, wohin sie sich entwickeln werden. Wenn ich das Gefühl habe, dass jemand den nächsten Teil des Songs absieht, ändere ich ihn in zu etwas Chaotischerem oder im Gegenteil ‚Netteren‘. Die Atmosphäre schwankt definitiv, und ich denke, das kommt letztendlich von irgendwo tief in mir. Es wirkt fast wie ein unvermittelter, leichter Wechsel im Rahmen einer vorherrschenden Stimmung, falls das irgendwie Sinn ergibt.“

Zu den Texten hat Sängerin Lotus das Meiste zu sagen. „Ich will Menschen eine Stimme geben, die oft übersehen werden. Als Frau und Einwandererkind fand ich es schon immer wichtig, dass Leute gehört werden, die Not gelitten haben, statt ihnen einen Maulkorb anzulegen. zumal ebendiese Leute einige der interessantesten Geschichten überhaupt zu erzählen scheinen.“ Die Frontfrau ist nicht nur von einem einzigen Themenbereich angezogen, sondern deckt viele ab und diskutiert ihre Erfahrungen mit Schlaflähmung oder Nachtangst in ‚Locust Preacher‘, einem der ersten Songs, die sie mit Capra geschrieben hat. „Die Zeile ‚cover the mirrors, I don’t want to see‘ bezieht sich darauf, wie ich den Spiegel in meinem Zimmer zudeckte, bevor ich abends schlafen ging, denn ich hatte Angst, darin jemanden oder etwas zu sehen, während ich einnickte. Die Worte ‚I can’t keep holding on, but god help me if I try to let it go‘ hingegen beschreiben, wie ich unbedingt wach bleiben wollte, weil ich mich vorm Einschlafen fürchtete.“ Der Titel ‚Paper Tongues‘ befasst sich unterdessen mit der turbulenten Beziehung, die Lotus zu ihrer Mutter hatte, während sie aufwuchs. Sie ist froh darüber, dass sie jetzt ein gutes Verhältnis zu ihr hat, auch wenn sie von jener Zeit nachhaltig geprägt wurde. „Diese harte Zeit hat sich zweifellos in meinem Selbstverständnis als Frau niedergeschlagen, und ich wusste, dass ich das früher oder später schriftlich festhalten musste. Konflikte im Zusammenleben mit den eigenen Eltern will niemand ansprechen, obwohl genau das ungeheuer wichtig ist, auch weil es uns als Erwachsene beeinflusst.“ In Red Guillotine`geht es wieder um um die Schwierigkeiten, denen Frauen im Alltag ausgesetzt sind. „Uns wird ständig vorgeschrieben, wie wir leben sollen, um es anderen recht zu machen – ohne Rücksicht auf unser eigenes Wohlergehen. Andererseits werden wir kritisiert, wenn uns etwas Schlimmes passiert, eben weil wir verdrängt haben, für unser eigenes Wohlergehen zu sorgen. Andere Frauen sollen wissen: Ich stehe zu ihnen, höre sie und werde alles tun, um auch ihnen Gehör zu verschaffen. Dieser Song ist zweifelsohne als Aufruf zu verstehen.“

In Transmission wurde größtenteils im Dezember 2019 aufgenommen und mit Jai Benoit (Golgatan, Pater Rust) aufgenommen und dann von Taylor Young (Nails, Twitching Tongues) abgemischt. Die einzigen Ausnahmen waren ‚Mutt‘, ‚Transfiguration‘ und ‚Deadbeat Assailant‘, die während des Lockdowns aufgrund der Pandemie eingespielt wurden. Die Mitglieder mussten jeweils alleine im Studio arbeiten, statt sich dort zu treffen. Der schwierigste Aspekt der Produktion war die Namengebung. „Wir haben eine Vielzahl von Titeln in Erwägung gezogen, bis wir uns einig wurden“, erzählt Paramore. „Das Gros der Tracks ist seit Ende 2019 fertig, und eigentlich haben wir gehofft, die Scheibe im Sommer herauszubringen, aber wegen des Virus hat sich logischerweise alles verschoben. In diesem Sinn handelt es sich um eine Message, die wir schon vor einem Jahr losgeschickt haben, woraufhin sie irgendwo hängengeblieben ist. Umso besser vorbereitet sind wir nun darauf, dass ihr sie hört. Unabhängig davon rechnen wir damit, dass euch die die intensive Energie und Aggression des Albums förmlich ins Gesicht springt, sobald ihr es auflegt. Nun da alles fertig und bereit ist, auf die Welt losgelassen zu werden, freuen wir uns auf die nächsten Schritte der Band: Sobald wir auf Tour gehen können, werden wir es tun. Wir können kaum erwarten, wieder Shows zu spielen und sind gespannt darauf, bei Festivals zu feiern und Kontakte zu knüpfen, sobald die Welt zu einer Art von Normalität zurückkehrt. Wir blühen nämlich insbesondere bei Konzerten richtig auf. Ansonsten arbeiten wir bereits an neuem Material, also braucht ihr euch nicht zu wundern, wenn eine EP oder Split erscheint, bevor wir unsere nächste Platte ins Auge fassen. Unser Plan besteht darin in Zukunft äußerst aktiv zu sein und alle Hände voll zu tun zu haben.“


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