Accuser


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Frank Thoms: Gesang/ Gitarre
René Schütz: Guitar
Frank Kimpel: Bass
Olli Fechner: Drums

Seit ihren Anfängen als Fackelträger des deutschen Thrash in den 1980ern haben sich ACCUSER als eine der beständigsten Kapazitäten in der internationalen Metal-Szene bewährt. Nach elf Studioalben reichen sie 2020 ein weiteres, diesmal selbst betiteltes Meisterwerk ein, auf dem alles gebündelt steht, was die Band seit jeher ausmacht, und gleichzeitig frischer Wind durch die Songs weht. „Wer neugierig ist, bleibt jung“, sagt Sänger und Gitarrist Thoms. „Neue Stücke zu schreiben hält jung, und zu beobachten, wie sich etwas entwickelt, ist immer genauso spannend wie die anschließende Reaktion der Leute. Mir wird dabei nie langweilig; es bleibt aufregend und ermutigt zum Ausprobieren neuer Sachen.“ Heraus kam ein dynamisches Album mit starker Thrash-Erdung, aber dennoch zahlreichen Stil- und Stimmungswandeln, womit ACCUSER unterstreichen, dass sie selbst Akzente setzen, statt anderen hinterherzulaufen.

Auch dank der Rückkehr von Lead-Gitarrist René Schütz, der vor 2011 auf mehreren Alben der Gruppe mitwirkte, liegt die Messlatte höher an. „Wir sind ungeheuer glücklich damit, und das hört man auch anhand der Leads auf der Platte, die definitiv zur Spitzenklasse gehören. Meiner Meinung ist er einer der sehr wenigen Thrash-Gitarristen, die Technik und Feeling in angemessener Weise kombinieren können.“ Mit dem Songwriting begann die Band unmittelbar nach „The Mastery“ (2018), wobei sich Thoms zu „hundertprozentiger Konzentration“ zwang; schließlich weiß er, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet, wenn er seine Routine und den normalen Alltag vergisst. Das Material entstand ohne Kalkül auf natürliche Weise. „Dieser Sound liegt in unseren Genen und ist am Ende des Tages unsere ureigene Variante von Thrash. Offengestanden mag ich das am liebsten am Produzieren von Alben: sehen, wie sich die Musik entwickelt und das Werk Gestalt annimmt.“ Und ACCUSERs eigene Gestalt ist ohne Zweifel wandelbar, wobei sich ihre Formel einfacher liest, als sie es vermutlich ist. „Wir haben es geschafft, gut durchdachte Songs simpel klingen zu lassen. Abgedrehte Ideen wirken nicht störend oder unpassend. Außerdem haben wir unauffällig andere Metal-Subgenres verwurstet. Letztlich versuchten wir lediglich, den Leuten den die Essenz der Band zu bieten – den Groove von „Repent“ (1992), Riffs der Marke „Who Dominates Who“ (1989) und Strukturen wie auf unserem ersten Album „The Conviction“ (1987) im Verbund mit Stilmitteln, die an „Reflections“ (1994) oder „Taken By The Throat“ (1995), denken lassen. Das alles wurde in catchy Songs verpackt.“

Die Verschmelzung dieser Elemente von älteren ACCUSER-Scheiben – keine Selbstkopie wohlgemerkt – und Schütz‘ Rückkehr veranlassten Thoms zu dem Titel „Accuser“. Beim Schreiben der Texte ging Thoms aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu Werke. Obwohl er teils vom Hardcore Punk inspiriert wurde, hält er nicht viel von Parolen wie „Scheiß aufs System“, sondern übt stattdessen Kritik an politischen Strukturen und Ungerechtigkeiten. Bei so starker Musik war es wichtig, dass die Texte tief schürfen, und diesbezüglich enttäuschte der Frontmann nicht. ‚Seven Lives‘ geht dem Umstand nach, dass „versucht wird, unser Zusammenleben zu regulieren, bloß dass es unterschiedliche Regeln für unterschiedliche Menschen zu geben scheint. An solchen Punkten fangen Regierungssysteme an, sich aufzulösen, denn Gesetzgebung ohne Rücksicht auf Individuen kann keine Ausgeglichenheit herstellen. Andererseits sollte die Judikative nicht käuflich sein, sodass privilegierte Personen eine Sonderbehandlung bekommen.“ In ‚Temple Of All‘ geht es hingegen um einen Tempel, in dem man jegliche Art von Gott verehren und sich allen Religionen verschreiben kann. „Aufgrund der Durchlässigkeit verschiedener Glaubensrichtungen verstricken sie sich alle in Widersprüchlichkeiten, weshalb man sich am Ende alleingelassen sieht, was aber auch sehr erleichternd ist.“

Als Produzenten zog die Gruppe erneut ihren Langzeit-Komplizen Martin Buchwalter heran, der schon an fünf ACCUSER-Alben mitarbeitete, während Dan Swanö das Mastering übernahm. „Martin ist im Lauf der Jahre ein guter Freund geworden und weiß, wie man unsere Musik richtig in Szene setzt. Für ihn war es toll, sich zum ersten Mal mit René auszutauschen. Es hat großen Spaß gemacht, war aber auch die anstrengendste Aufnahmesession der Band aller Zeiten. Wir dachten, die schnellen Parts würden uns umbringen, doch dann waren es im Gegenteil die langsamen Momente, die uns Probleme bereiteten. Das Einsingen war erschöpfend. Nach drei Wochen hatte ich keine Stimme mehr.“ Besonders stolz ist Thoms auf mehrere Nummern. „Ja, ‚Temple Of All‘, weil sich Musik und Text hier so gut ergänzen, und das schnelle ‚Rethink‘ wegen des unerwarteten Endes, wohingegen ‚Phantom Graves‘ direkt ins Ohr geht. Es gibt so viele Überraschungen, und wie ich finde, hat jedes Stück einen eigenen Charakter.“ Trotz der Tatsache, dass Konzerte wegen der Corona-Pandemie 2020 ausgeschlossen sind, blickt der Bandkopf optimistisch nach vorne. „Wir sind erst mal froh, René wiederzuhaben und die Scheibe vor dem Ausbruch des Virus aufnehmen konnten. Hoffentlich können wir 2021 ausgiebig touren. Ungeachtet der nicht stattfindenen Gigs in diesem Jahr schätzen wir uns glücklich, dass die Leute die neue ACCUSER-Platte wenigstens zu Hause hören können.“






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