Abnormality


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Mallika Sundaramurthy: Vocals
Jeremy Henry: Guitar
Sam Kirsch: Guitar
Josh Staples: Bass
Jay Blaisdell: Drums

Mit Sociopathic Constructs festigen Abnormality ihren Status im Bereich des extrem technischen Death Metal weiter. Der Nachfolger des 2016er Albums Mechanisms Of Omniscience zeigt die Band aus Marlborough im US-Bundesstaat Massachusetts in allen Belangen gereift und wird 2019 sicherlich zu den anspruchsvollsten, komplexesten Scheiben überhaupt gehören. Die Mitglieder scheuten weder Experimente noch Weiterentwicklung. “Ich schätze, wir waren so frei, uns mit jedem Song einfach dorthin zu bewegen, wo wir hinwollten”, sagt Gitarrist Jeremy Henry. “Wir hatten keine Angst davor, stilistisch etwas zu verändern, und gingen das Ganze Riff für Riff an. So folgt etwa auf einen flotten Grind-Part ein Tritt auf die Bremse, ehe wir wie die alten Morbid Angel mit gehörigem Groove dahinrollen. Wir haben uns von unserer Intuition leiten lassen und zeigen unsere Einflüsse offen.”

Dank Mechanisms of Omniscience und ihrer darauffolgenden Tournee mit Suffocation, Napalm Death, The Black Dahlia Murder, Pig Destroyer sowie Misery Index ist die Band im Vorfeld ihres neuen Albums wesentlich bekannter geworden. “Wir haben in den letzten Jahren durchs Touren so viel gelernt, etwa mit Widrigkeiten umzugehen. Damit einher ging eine Reifung sowohl auf musikalischer als auch auf menschlicher Ebene”, erzählt Sängerin Mallika Sundaramurthy. Die Gruppe komponierte indes ununterbrochen, wobei Drummer und Texter Jay Blaisdell gleich nach der Arbeit am Vorgängeralbum mit neuen Lyrics anfing. Die Inspiration dafür ging ihm nie aus. “Da ein Großteil der Texte schon früh feststand, war auch die jeweilige Songstruktur mehr oder weniger vorgegeben. So hatten wir es schon früher gemacht, aber noch nie in dem Maß wie für dieses Album, und ich finde, dass es sich gelohnt hat”, so der Trommler. Die herrlich komplexen Songstrukturen am Rande des Chaos sind ein Markenzeichen der Band, die ständigen Tempowechsel und schwindelerregend vielen Riffs – eine Überspitzung ins Extreme in allen Belangen. Der Hörer ist ständig gefordert, verliert aber nie den Roten Faden, der alles zusammenhält. Einzig das kurze, gespenstische Zwischenspiel ‚Aeternum’ gewährt eine Verschnaufpause, der Rest der Platte ist ein unaufhörlicher Sturm der Gewalt, aber höchst abwechslungsreich. ‚A Seething Perversion’ beginnt beispielsweise mit einem viehischen Groove, der die überwiegende Brutalität des Tracks perfekt ausgleicht, wohingegen ‚Kakistocracy’ phasenweise martialisch anmutet und ‚Curb Stomp’ Drone-artige Parts enthält. Jedes Stück verfügt über eine ausgeprägte eigene Identität. Sundaramurthys abartige Vocals sind ebenfalls ein integraler Bestandteil der Musik; ihr ungeheuerliches Growlen ergänzt die instrumentale Seite vortrefflich – und die einschneidenden Solos machen einen nicht unerheblichen Teil des Reizes aus, den die Scheibe ausübt, auch wenn sie nie um ihrer selbst Willen eingebaut wurden.

Blaisdell und Sundaramurthy finden ihre Anregungen zu Texten immer im Alltag. “Die Welt, in der wir leben, ist ein verdammtes Irrenhaus. Ich bin besessen von der wahren Beschaffenheit der Realität, was sich stets in meinen Lyrics niederschlägt”, erklärt der Schlagzeuger mit dem Hinweis, der Titel des Albums ziele darauf ab, zwischen den Zeilen lesen zu können, um den tatsächlichen Gehalt der angeblichen Wahrheit zu erkennen, die uns die Nachrichten einzutrichtern versucht. “Es ist eine ständige Unterscheidung zwischen Wirklichkeit und Täuschung, es geht darum, sich bewusst zu machen, dass viele unserer Regenten eigentlich Soziopathen sind. Im Grunde verweisen wir auf die vielen falschen, unmoralischen Taten, die begangenen und beschönigt werden. Bei den meisten Songs handelt es sich um einzelne Geschichten im Rahmen dieses übergreifenden Themas.” Die Nachrichten und ihren wahren Gehalt zu ergründen, führte dazu, dass die Band unterschiedlichste Themenbereiche abdeckt. ‚Monarch Alpha’ ist beispielsweise die Fortsetzung von ‚Monarch Omegac vom Debüt Contaminating the Hive Mind (2012). Beide Stücke handeln von dem Gedankenkontrollexperiment MK Ultra, bei dem Killer konditioniert werden sollten. “Im ersten Teil ging es eher um Kontrolle durch Traumatisierung, der zweite beschreibt praktisch den nächsten Schritt des Programms, eine technisch weiter fortgeschrittene, noch furchterregendere Art, Mörder heranzuzüchten.” Blaisdell betont in Hinblick auf ‚A Catastrophic And Catalyzing Event’ er habe schon immer einen solchen Text schreiben wollen, um seine eigene Theorie zu den Terroranschlägen des 11. September 2001 wiederzugeben. “2005 sah ich zufällig ein Video im Internet, das mich sofort davon überzeugt hat, die offizielle Auslegung von 9/11 sei gelogen. Der Film hat mir die Augen geöffnet. Ich war so entsetzt und wütend, dass ich bis heute nach der Wahrheit forsche. Ungefähr sechs, sieben Jahre brauchte ich, um mir einen eigenen Reim darauf zu machen, wobei ich darauf zurückgegriffen habe, was ich als sicher belegt und fingiert kannte. Ich musste das loswerden, um nicht den Verstand zu verlieren.”

Die Aufnahmen fanden größtenteils im Studio The Brick HitHouse in Hyannis in Massachusetts unter den Produzenten Peter Rutcho (Revocation, Soul Remnants) und Shane Frisby (Becoming The Archetype, Bury Your Dead) statt. Die Vocals hat Zdenek Sikyr im Prager Studio Hostivar produziert. Die Band arbeitet bereits seit 2010 mit Rutcho zusammen, weshalb alles reibungslos und professionell vonstattenging. Zudem steuerte Chaney Crabb von Entheos zusätzlichen Gesang im Song ‚Penance’ bei. “‚Sociopathic Constructs’ ist das Ergebnis sehr harter Arbeit und zeigt, wie wir seit ‚Mechanisms’ als Band gewachsen sind”, fasst Sundaramurthy zusammen. “Ein solches Album passt genau in diese Zeit. Seine Brutalität spiegelt die Finsternis, Gewalt und herbe Wirklichkeit der Gegenwart wider.”




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