Whitechapel


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Phil Bozeman: Vocals
Alex Wade: Guitar
Ben Savage: Guitar
Zach Householder: Guitar
Gabe Crisp: Bass
Ben Harclerode: Drums

Mit dem fünften Album in seiner steilen Karriere wird das zur Band gewordene Monster Whitechapel nicht aufzuhalten sein. Our Endless War bündelt alles, was das Sextett aus Knoxville in Tennessee seit seiner Gründung ausmacht. Es handelt sich sowohl um ein erbarmungslos ausgefeiltes Album ohne Kompromisse in Sachen Brutalität als auch um das bislang geradlinigste, atmosphärischste und gefühlsstärkste Werk der Band und hievt jeden Aspekt ihres Stils auf ein neues Niveau. “Die Scheibe umfasst alles, was wir bisher gemacht haben”, erläutert Gitarrist Alex Wade. “Enthalten sind Elemente von Whitechapel (2012) wie von A New Era Of Corruption (2010) und This Is Exile (2008). Die Blastbeats sind wieder dabei, genauso wie der aggressive Stoff unserer Frühphase, doch gleichzeitig ist es vielschichtiger und oft auch langsamer, eher auf Grooves ausgerichtet, die mittlerweile einen Großteil unseres Sounds ausmachen.”

Obwohl sie sich stets weiterentwickelt haben, markierte Whitechapel einen großen Vorwärtsschritt für die Band, der ihnen viele neue Fans und höhere Achtung von Seiten der Kritiker einbrachte. Rückblickend ist Wade froh um die neuen Türen, die sich der Gruppe dadurch eröffnet haben, doch dass sie sich nie mit dem bisher Erreichten zufrieden gibt, fungiert als entscheidende Motiviation in ihrer Entwicklung. “Whitechapel gefiel uns allen sehr, zumal wir eine Menge Arbeit hineingesteckt haben, und ich schätze, es war der Ausgangspunkt für einen reiferen Sound. Zwei Jahre später habe ich aber das Gefühl, dass es nur vier, fünf richtig starke Songs darauf gibt, wohingegen Our Endless War meiner Meinung nach nur geile Stücke bietet. Es gibt keine Platzhalter und nichts, was um seiner selbst willen enthalten wäre. Ich stehe hinter jeder Sekunde Musik, die wir darauf gepackt haben.” Diese Entschlossenheit ist sofort hörbar. Nach dem “ernsthaften” Beginn der Songwriting-Arbeiten im Februar 2013 dauerte es ein volles Jahr, bis die Scheibe fertig wurde, da die Kompositionen auf organische Weise entstehen sollten, wobei man alles penibel analysierte und sich umso verbissener ins Zeug legte, um die Stücke zu perfektionieren. “Je älter wir werden, desto mehr lernen wir über gutes Songwriting. Früher belief es sich oft aufs Aneinanderhängen von Riffs, doch jetzt nehmen wir uns Zeit und beleuchten wirklich jeden Aspekt dessen, was wir uns für einen Song ausdenken, und ich finde, das merkt man auch.”

Laut Sänger Phil Bozeman stellte Whitechapel eine Möglichkeit für die Band dar, endlich zu sich selbst zu finden. “Vor diesem Album war es irgendwie so, dass wir uns vom Erwartungsdruck der Leute zurückhalten ließen. Das Beste, was einer Band passieren kann, ist Mut zur Abwechslung, um zu zeigen, dass man es drauf hat, egal welchen Musikstil man spielt oder komponiert, und genau das haben wir mit dieser Scheibe geschafft.” Dementsprechend gestaltet sich Our Endless War in der Tat abwechslungsreich, sodass jeder Song für sich steht, aber zur Gesamtstimmung beiträgt. Auch wenn sie mit dem kurzen, brodelnden Instrumental “Rise” beginnen braucht sich niemand darum zu sorgen, dass die Musiker eventuell verweichlicht sind, denn der Titeltrack sorgt sogleich für offene Münder. Zum ersten Mal flicht die Band deutliche Thrash-Elemente mit ein. “Wir hatten schon immer sehr schnelle Parts, aber noch nie im Stile dieses Genres. Zach (Householder, Gitarre) ist ein großer Thrash-Fan und brachte dieses Riff ein. Wir haben uns stark darum bemüht, solche lebendigen Thrash-Passagen auf der Platte einzubringen, denn wenn wir etwas machen, dann richtig, aber auf unsere Weise, und ich denke, das ist uns gelungen.” Mit „Let It Burn“ demonstriert man, dass man heillosen Schaden anrichtet, egal wie schnell man spielt. Das Stück ist ein mechanisches Ungetüm und eines der genialsten, das die Band je mit ihrem Namen versehen hat, wohingegen sie sich mit dem sechsminütigen Finale “Diggs Road” in ernsthaft epische Gefilde aufschwingt. “Wir wollten diese Songs so gewaltig klingen lassen wie möglich, und haben darauf geachtet, was live gut funktionieren wird. Viele Leute lernen uns auf der Bühne kennen, also wollen wir Stücke, die nicht nur auf Platte gut klingen.” Die für ihre drei Gitarristen berüchtigte Combo hat akustisch schon immer kräftig ausgeteilt, doch auf Our Endless War ziehen sie daraus größeren Vorteil als früher. Immer wieder bauen die Siebensaiter dramatische, unglaublich schwere und spannende Lärmwände auf, indem sie ihre Parts miteinander verweben, sodass die Hörer von der daraus entstehenden Soundfülle noch tiefer in die Songs gezogen werden. “Auf A New Era und Exile hatten wir noch diese Old-School-Einstellung: Zwei Gitarrenspuren, Bass, Drums und Gesang – mehr nicht, auf geht’s. Das änderte sich mit dem selbstbetitelten Album, als wir keine Angst mehr davor hatten, uns die drei Gitarren auch wirklich nutzbar zu machen, und auf der neuen Scheibe taten wir uns keinen Zwang an, die Songs vielschichtiger zu machen beziehungsweise mit mehr Texturen auszustatten, um etwas zu erschaffen, das nicht nur heavy ist, sondern auch in die Tiefe geht.”

Wie auf allen Whitechapel-Alben rührte die Heaviness nicht nur von der Musik selbst, sondern auch von Bozemans Texten, der über zehn Songs hinweg wie für ihn typisch eine Menge zu bieten haben. “The Saw Is The Law” drückt Trotz gegenüber den Kritikern der Band aus, wohingegen „Let Me Burn“ dem sinnlosen Hoffnungsverlust eines Jedermann auf beunruhigende Weise Ausdruck verleiht. Der Sänger prangert in “Worship The Digital Age” die Tatsache an, dass die Technik das Alltagsleben bestimmt und setzt sich während “Diggs Road” ohne mit der Wimper zu zucken mit Selbstmordgedanken im Zuge des Verlusts seiner Eltern in seiner Kindheit auseinander. All diese unterschiedlichen Themen gelangen durch den Titel des Albums unter einen Hut. “Our Endless War kann sich auf alle erdenklichen Kriege beziehen, einen Weltkrieg oder persönliche Kämpfe. Das ganze Leben ist Krieg, ob man glücklich, traurig, deprimiert oder unempfänglich für Emotionen. Man muss sich jeden Tag behaupten, um zu überleben, und sich mit großen wie kleinen Problemen auseinandersetzen, wobei der Kampf entsprechend schwer oder leichter fällt.”

Zum Aufnehmen zog die Band niemand anderen außer Mark Lewis in Erwägung, der bereits Whitechapel betreute. “Damals klappte es so gut zwischen uns: Wir liebten das Ergebnis, das Label stand darauf, und die Fans meinten alle, keines unserer vorigen Alben hätte so gut geklungen, also wäre es dumm gewesen, ihn nicht noch einmal anzuheuern”, lacht Wade. “Wir sind alle mehr oder weniger im gleichen Alter, weshalb es nicht vorkommt wie bei einem älteren Produzenten, dass man sich nicht traut, den Mund aufzumachen. Wir befinden uns mit Mark auf Augenhöhe, was die Zusammenarbeit sehr leicht macht, und darum verlief auch alles sehr glatt.” Fürs Artwork wandte sich die Band erneut an Aaron Marsh, der schon die finsteren, nachdrücklichen Illustrationen von Whitechapel in Szene setzte, doch auch hier wollte man einen Schritt weitergehen. “Das Artwork sollte den reiferen Sound widerspiegeln. Zudem stellen wir ein neues Logo vor; das alte war klassisch für Whitechapel, weshalb wir nicht vorhaben, uns davon zu trennen, doch das Fortschreiten der Band sollte sich einfach auch in einem neuen Schriftzug ausdrücken.”

Angesichts der bevorstehenden Tourneen, mit denen sie ihre rigorose Arbeitsmoral untermauern und weltweit für Furore sorgen werden, darf man mit Fug und Recht behaupten, dass kaum eine andere Band in so unterschiedlichen Konstellationen bestehen kann. Whitechapel haben die Massen bereits sowohl auf der Warped Tour als auch während der Summer Slaughter begeistert, traten 2013 als Vorgruppe der britischen Metalcore-Rotte Asking Alexandria auf und spielten mit ihren Label-Kollegen Gwar, ohne vor den Fans der beiden Acts abzustinken. “Darüber, dass wir vor den unterschiedlichsten Typen von Zuschauern spielen können, bin ich mit am frohsten. Wir behaupten uns vor 14- bis 18-Jährigen, die auf Asking Alexandria stehen und bedienen genauso Mittzwanziger bis Mittvierziger im Vorprogramm von Gwar. So war es schon immer, und das ist ganz wunderbar, weil wir uns deshalb keine Grenzen auferlegen müssen, wie es andere Bands tun. Whitechapel eröffnete uns neue Horizonte, und das soll mit der neuen Platte weitergehen. Wir waren noch nie so gut und lassen uns von rein gar nichts aufhalten.”








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