The Great Discord


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Fia Kempe: Vocals
Aksel Holmgren: Drums
André Axell: Guitars
Gustav Almberg: Guitars
Rasmus Carlson: Bass

Wie beschreibt man ein Enigma? Im Fall von THE GREAT DISCORD kommen gewisse Worte in den Sinn: Cineastisch. Grandios. Gespenstisch. Erhebend. Erschütternd. Einzigartig. Dennoch ist es vielleicht unmöglich die Schweden genau zu fassen. Ihre vielschichtige Musik geht unter die Haut und beschwört sowohl Begeisterung als auch Schmerz beim Hörer herauf, erweckt ein tief sitzendes Unbehagen. “Wir wollten ein Album schaffen, dass dem Hörer nahegeht. Duende haben bedeutet, eine Seele zu besitzen – der Aspekt der Musik, der dich schaudern lässt. Die dunkleren Elemente der Musik, die sie überzeugend und bezaubernd machen”, erklärt Sängerin Fia Kempe.”Wir wollten keine Hintergrundmusik machen; das Album soll dich anspringen und packen, festhalten und dazu zwingen dir immerzu einen neuen Teil davon zu erarbeiten. Textlich behandelt es sowohl Weltliches als auch die Extreme dessen, was man als Mensch erleben kann.”

Die Beziehung zwischen Kempe und Drummer Aksel Holmgren besteht schon seit vielen Jahren. Die beiden sind einander musikalisch eng verbunden, obwohl ihre Zusammenarbeit erst mit der Gründung von THE GREAT DISCORD 2013 begann. Sie teilen eine Begeisterung für progressive Musik von Genesis und King Crimson zu zeitgenössischen Künstlern wie Meshuggah und The Dillinger Escape Plan, die sie alle als Inspiration anführen. Zugleich blicken sie jeweils zu unterschiedlichsten Musikern auf, was sich über Genre-Grenzen hinweg erstreckt, sodass sie von einer breiten stilistischen Basis operieren können. Von Beginn an lag es dem Duo fern, seine Inspirationen einfach nur wiederzugeben. Mit ihrem Sound – schwerem, verzerrten Metal im Verbund mit Kempes erhaben schöner Stimme vor mechanischem Aufruhr – changieren sie fortwährend zwischen unterschiedlichen Klangbildern Stimmungen und dynamischen Extremen. Jeder Song auf Duende fordert und verführt zugleich, ohne dass sich die Band in eine Schublade stecken lassen würde. “Wir haben eine ganz eigene Songwriting-Handschrift und ergänzen einander sehr gut. Unseren ersten gemeinsamen Song hatten wir innerhalb eines Tages fertig, wobei wir sofort erkannten, dass etwas Besonderes entstehen würde”, so Holmgren. “Die Triebfeder hinter allem ist unser Wunsch, künstlerisch eine Geschichte zu erzählen und damit möglichst viele Menschen zu erreichen. Dabei haben wir erkannt, dass es für uns ganz natürlich ist. Es ist einfach das, was wir tun.” Mit den Gitarristen André Axell und Gustav Almberg sowie Bassist Rasmus Carlson wurde eine vollständige Band aus dem Duo, deren Mitglieder die gleiche Leidenschaft und Hingabe teilen. “Wesentlich bei unserer Art von Musik ist die Notwendigkeit, einander zu verstehen und die gleiche Passion zu haben”, stellt Kempe klar. “Wir hatten das Glück unheimlich talentierte Mitmusiker zu finden – Menschen, die genau unseren Drang, unsere Vision und Begeisterung teilen, sodass mit ihnen alles zusammenzufallen schien. Unser musikalisches Verhältnis ist extrem erfüllend, wobei wir das Gefühl haben, bisher sogar nur an der Oberfläche zu kratzen.”

Auf dem selbstproduzierten Album Duende geht die Gruppe an ihre Grenzen, um das Bestmögliche aus sich herauszuholen, aber nichts kling erzwungen, auch wenn der Mix extrem sauber und präzise ausfällt: Perfektion geht niemals vor Passion. Außerdem steckt in dem Strudel aus packendem Lärm sehr wirkliches menschliches Gefühl. Kempe und Holmgren erkunden mit dieser Platte die düstereren Aspekte des Menschseins, indem sie zwingende Geschichten schreiben, die sowohl existenziell als auch gesellschaftlich berühren. “Einige Themen sind sehr leicht nachzuempfinden, andere eher extrem”, erörtert Holmgren. “‘Eigengrau’ etwa handelt von Drogensucht und erzählt musikalisch wie textlich eben eine Story. Das Chaos zu Beginn sollen den Kampf mit dem psychologischen und emotionalen Gewicht der Abhängigkeit ausdrücken, ehe ein Punkt der Aufgabe erreicht wird: Man akzeptiert, das die Droge Tod bedeutet; sie wird dich zerstören, dein Leben und alles, was du besitzt. Deshalb wird die Musik trauriger. Andererseits gibt es Songs wie ‚The Aging Man’, in dem ein alternder Mensch mit seinem bevorstehenden Ende hadert, oder ‚Ephemeral’ über Depression. ‚Woes’ ist reines Leid, das jeder irgendwann einmal kennenlernt, doch davon abgesehen haben wir ‚Selfæta’ ein Narrativ über Leben und Tod eines kannibalischen Eremiten. ‚A Discordant Call’ erzählt aus der Ich-Perspektive über den Kampf eines Psychopathen mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung, und ‚L’homme Mauvais’ dreht sich um einen narzistischen Nekrophilen. Das alles sind sehr dunkle Zustände, in denen man ein Dasein fristen kann; sie gleichen die eher „mondänen”, zugänglichen Themen aus.” Der Band liegt es aber fern, ihre Hörer mit Heaviness zu erdrücken, denn Musik wie Texte sind ein Auf und Nieder, ein Hin und Her – unvorhersehbare Schwenks von fürchterlicher Wut und schmerzhafter Trauer, von Beunruhigung zu Erhebung. “Es soll emotional dynamisch sein. Man kann nicht ewig Wut empfinden, also übernehmen zwangsweise irgendwann andere Gefühle, um sich nicht völlig in den Wahnsinn zu treiben”, gibt Holmgren zu Bedenken. “So spielt das Leben”, pflichtet Kempe bei. “In einer Krise ist man wütend und aufgebracht, man reagiert und handelt impulsiv. Darum ist man sich seines Tuns womöglich nicht bewusst. Danach mag man bereuen und sich schuldig fühlen; alles beruhigt sich, und dafür steht, das verkörpert auch unsere Musik. Teile unserer Songs sollen schwierig sein und den Hörer zunächst fordern, doch auf einmal findet er Freiräume zum Atmen, zum Nachdenken. Vielleicht erkennt man dann etwas, das man noch nicht wusste, das dir ein besseres Selbstgefühl vermittelt.”

Aus diesem steten Wandel zieht die Band ihren Namen. Sie erkennt das Leben als ständigen emotionalen und gedanklichen Konflikt an, der zum Zwiespalt führt. Die Band geht auch einen Schritt weiter, indem sie das Ganze visuell umsetzt, vor allem Kempe in ihrer Verwandlung auf der Bühne. “Wir wollten, dass ich die Verbindung all dieser kleinen Punkte personifiziere, zur Manifestation all dieser Elemente werde. Ich bin Kummer, ich bin Schwäche, ich bin Widersprüchlichkeit, aber zugleich auch Kraft, Leidenschaft und Seele – alles, was dich im Wesentlichen zum Menschen macht. Darin finden auch der mörderische Kannibale, der Psychopath und der Nekrophile Platz: extreme Äußerungen zwar, aber dennoch unangenehm menschlich.” Genauso bringt die Band ein theatralisches Moment in ihre Performance ein, weil sie darauf besteht, dem Publikum live mehr zu bieten. “In Jeans und T-Shirts würde das nicht funktionieren”, weiß Holmgren. “Es muss spektakulär sein, eine Art Show, also ist dieses Theaterelement wichtig. So wird eher ein Erlebnis daraus, etwas Intensiveres, und erweckt die Themen zum Leben.”

Kritiker und Experten werden sich die Haare raufen, um die originellen und spannenden Sounds von Duende zu kategorisieren, aber die Band möchte ihre Musik vielmehr an die Welt als solche richten, eine enge Verbindung zu Gleichgesinnten herstellen. Nach fast zweijähriger Arbeit an dem Album steht die Gruppe vielleicht erst am Anfang, und ihre Ambitionen spiegeln sich in ihren weiteren Zielen wider. “Klar, wir streben die Weltherrschaft an”, witzelt Kempe. “Wir glauben fest an unsere Vision und dem Konzept all dessen, was wir machen. Wir wollen unterhalten und dass die Leute zu unseren Konzerten kommen, um alles zu erfahren, was wir für diese Band vorgesehen haben. Sie sollen sich auf die Emotion beziehen können, die wir in unsere Songs stecken, und etwas in THE GREAT DISCORD finden, das es nirgendwo sonst gibt.”


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