Soilent Green


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Tommy Buckley: Drums
Scott Crochet: Bass
Ben Falgoust: Vocals
Brian Patton: Guitar

“Nur die starken überleben!” Diese Worte beschreiben die Louisiana-Sumpf-Grinder Soilent Green perfekt und treffen die Wahrheit auf den Punkt. Widrigkeiten kennen die Jungs. Ihre mittlerweile über zwei Dekaden andauernde Geschichte ist voller Besetzungswechsel, Vanunfällen, (Selbst-)Morden und Hurrikanunglücken. Trotzdem marschieren sie weiter, angetrieben von Leidenschaft, Geduld, Beharrlichkeit und dem Willen zu dominieren.

Benannt haben sie sich nach einem Sci-Fi-Streifen aus den 70ern, in dem skandalöser Essensersatz aus toten Menschen hergestellt wird, um eine Nation vor der globalen Erderwärmung zu retten. Gegründet wurden die Jungs 1988 von den Gitarristen Brian Patton und Donovan Punch, Drummer Tommy Buckley und Sänger Glenn Rambo, nachdem alle kollektiv bei den NOLA-Deathern Nuclear Crucifixion ausgestiegen waren. Rambo verließ kurz danach die Truppe und Patton, der nebenbei auch noch bei Eyehategod lärmte, Punch und Buckley erhielten in Form von Bassist Scott Williams und Sänger Ben Falgoust von den lokalen Deathgrindern Paralysis Zuwachs. Nach einem Haufen Demos und unzähligen Lokalgigs unterschrieb die Band bei Dwell Records und veröffentlichte das mittlerweile legendäre „Pussysoul“-Debüt. Eine rohe, unterdrückte Fusion von Death, Grind, dunklem Hardcore und Doom, versehen mit subtilem Blues-Stolz, der Bands aus dem Bayou State anscheinend anhaftet. „Pussysoul“ bewies, dass Soilent Green für abenteuerlustige Ohren besonders geeignet waren. Es waren aber die Liveperformances der Truppe, die eine viel detailliertere Geschichte erzählten. Angeführt von Falgousts beherrschender Bühnenpräsenz, der instrumentalen Präzision und einem kollektiven, gewaltigen Lärmausbruch, wurden Soilent Green schnell zu einer Kultband für Metalheads, die etwas Unheilvolles suchten.

Durch zwei Supportslots für Pantera geriet die Mannschaft in den Fokus einer noch größeren Öffentlichkeit. 1998 unterschrieben die Jungs bei Relapse Records, ein weiterer Schritt nach oben. Danach erschien die mittlerweile berüchtigte “String Of Lies”-EP. In Szene gesetzt durch ein superbes Artwork des tschechischen Künstlers Alfons Mucha, wurde die “String Of Lies”-EP zu 13 Minuten voller unmissverständlicher, die Brust aufreißender Brutalität und zum Wegbereiter des hitzigen „Sewn Mouth Secrets“-Werkes. Hart bis ins Mark, brodelnd und wieder mit einer Illustration von Mucha ausgestattet, setzte diese Platte die Maßstäbe für Extremität neu. Vorangetrieben von ihrer innovativen Gitarrenarbeit, den drückenden Rhythmen, bipolaren Temposchwankungen, bluesgetränkten Sumpfgrooves und rassiermesserscharfen Vocals, die Falgousts bissige, sadistische Texte passend rüberbrachten, war sich jeder einig: „Sewn Mouth Secrets“ war ein ungeschliffener Rohdiamant. Sogar das Rolling Stone reagierte auf diese ausschweifende Bösartigkeit und nannte die Band “eine der zehn wichtigsten Hard n’ Heavy-Bands“. Trotz ihres weiterhin eher undergroundigen Auftretens, hatte die Truppe sich einen Platz in der Metal-Elite gesichert.

Nach den Touren zu „Sewn Mouth Secrets“ verließ Donovan die Band und wurde durch Ben Stout ersetzt, der mit Falgoust bei den neu gegründeten Goatwhore wütete. Zusammen nahmen die Musiker 2001 das gefeierte Album „A Deleted Symphony For The Beaten Down“ auf. Das der Band mittlerweile anhaftende Trademark, ihr auditiver Ungehorsam, blieb erhalten, während die Scheibe zusätzlich ein tightes, stimmungsvolleres Sludge-/Blues-Mischmasch aufwies, das sofort mit gereckten Teufelshörnern, offenen Armen und tonnenweise Presselob überschüttet wurde. Doch ein Unfall mit ihrem Tourvan während der „Extreme Music For Extreme People” Tour an der Seite von Morbid Angel, Exhumed und Zyklon ließ Soilent Greens Marsch jäh stoppen. Patton und Williams trugen schwere Schulterverletzungen davon. Die restlichen Shows mussten abgesagt werden. Nach Monaten der Erholung, schwebte erneut eine schwarze Wolke über der Band, als sie wiederholt in einen Crash außerhalb von Chicago während ihrer Tour mit Gwar im Jahre 2002 verwickelt wurden. Resultat: Tourbasser Jonny Model hatte ein gebrochenes Schlüsselbein und Falgoust war aber der Taille nach unten bewegungsunfähig. Dieses ständige Pech entmutigte die Jungs jedoch keinesfalls. Im Sommer 2003 stand der Frontmann nach einer Serie von Operationen und intensiver Physiotherapie wieder mit Gipsverband und Krücke auf der Bühne und zog eine 26 Dates umfassende “Comeback”-Tour mit den neu rekrutierten Tony White an der Gitarre und Scott Crochet am Bass durch. Doch es schein, als sei die Band Opfer eines Voodoozaubers, denn 2003 ereignete sich noch eine weitere Tragödie: Ihr alter Bassist Scott Williams wurde tot aufgefunden als Opfer eines (Selbst-)Mordes.

2005 entluden sich auf dem passend “Confrontation” betitelten nächsten Werk vier Jahre Feindseligkeit und Frustration. Aufgenommen in den Mana Studios in Tampa, Florida zusammen mit Produzent Erik Rutan, war diese Platte eine kooperative Bandsäuberung, eine Austreiben aller Dämonen. Dreckig, herunter gestimmt, dröhnend, zusammengeschnürt von wippenden Tempoverlagerungen, erstickenden Sludge-Riffs und einer heftigen Produktion. Ihre Pechsträhne riss aber nicht ab. Nur ein paar Wochen nach der Veröffentlichung, fegte Hurrikan Katrina, einer der fünf verheerendsten Wirbelstürme, der jemals die USA heimgesucht hatte, über die Golfküste und zerstörte weite Teile Louisianas und New Orleans. Ihr alter Sänger Gene Rambo kam dabei ums Leben, während diverse Freunde und Familienmitglieder vermisst wurden…

Das neue Kapitel

Frisch bei Metal Blade unter Vertrag zeigt Inevitable Collapse In The Presence Of Conviction die Soilent Green-Maschine – Buckley, Crochet, Falgoust und Patton – frisch geölt, gestärkt aus den Niederschlägen hervorgegangen und verjüngt durch ihre neue Labelheimat. Erneut bei Erik Rutan in den Mana Studios aufgenommen, blutet Inevitable Collapse lähmende Gefühle, angefangen bei der epischen Heavy-Salve “Mental Acupuncture” bis hin zum Fäusteschwinger “A Pale Horse and the Story of the End.” Beladen mit Blasts, sludgigen Breakdowns, den manischen Tempowechseln, ihrem südstaatlichen Charme, heavy bis zum Abwinken und ihr instrumentales Können blendend in Szene setzend, stellt Inevitable Collapse In The Presence Of Conviction das abwechslungsreichste und versierteste Album ihrer Karriere dar.

“Es handelt sich definitiv um unsere nüchternste Platte seit langem”, sagt Patton, dessen stark verbesserte Gitarrenarbeit eine neue Dimension im Soilent Green-Sound öffnet. “All das Chaos der letzten Jahre hat sich ein wenig beruhigt.”

Die Texte basieren lose auf den Niederschlägen der letzten Zeit und generellen Gefühlen wie Hoffnungslosigkeit und Ablehnung. Für das grandiose Cover zeigte sich diesmal John Van Fleet verantwortlich. Inevitable Collapse stellt einen 42-minütigen Soundtrack der Realität dar.

“Die Grundidee heißt: keine Hoffnung. Sie bezieht sich auf unsere Geschichte und das Leben generell”, lässt Falgoust uns über das inoffizielle Konzept wissen. “Jeder braucht immer ein Happy End, aber das leben ist nicht so. Jeder da draußen kennt das Gefühl, wenn er an dem Punkt ankommt, an dem es einfach nicht mehr weiterzugehen scheint. Das passiert jeden Tag. Darum geht es auf diesem Album. Selbst, wenn man alles gibt, hart arbeitet und alle Energie in eine Sache steckt, muss diese Sache nicht zwangsläufig funktionieren. So ist das Leben manchmal.”

“Der Plattentitel ist schwer”, fährt Patton fort. “Ich habe ihn angebracht, da ich schon viel mitgemacht habe in meinem Leben. In unserem Kreise gab es eine Menge Todesfälle zu beklagen. Glenn wurde Opfer des Hurrikans, unser alter Bassist wurde erschossen und auch innerhalb unserer Familien sind unschöne Dinge passiert. Es war nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen hier. Das Hauptthema ist Depression; wie wenn Dir Hoffnung gegeben und im selben Moment wieder genommen wird. Harte Sache. In Bens Kopf geht viel vor sich. Und er macht es den Leuten nicht gerade leicht, unsere Songtitel zu brüllen, hehe!”


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