Motor Sister


Buy Facebook Twitter Artist News


Jim Wilson: Vocals, Gitarre
Scott Ian: Gitarre
Joey Vera: Bass
John Tempesta: Drums
Pearl Aday: Vocals
Zu seinem 50. Geburtstag wünschte sich Anthrax-Gitarrist Scott Ian ein Geschenk von ganzem Herzen: die Wiedervereinigung einer Band, die zu seinen persönlichen unbesungenen Helden zählt – Mother Superior -, und dann selbst dazugehören.

Sie zählen zu den großen klassischen Combos, die für mich den gleichen Stellenwert wie meine Favoriten aus den 1970ern haben, seien es UFO, Ted Nugent, Cheap Trick oder KISS“, erläutert Ian. “Ich wusste, die Gelegenheit, mit ihnen spielen zu können, würde genauso sein, wie bei KISS einzusteigen und alle meine Lieblingssongs der Band mit Gene und Paul zu zocken.

Dank Scotts Ehefrau Pearl Aday, die schon seit einigen Jahren mit Mother Superiors Frontmann Jim Wilson an ihrer Solokarriere schraubt, bedurfte es nur einer Handvoll kurzer Telefongespräche, und der Boden für Scotts Traumjob war buchstäblich bestellt. “Ich wollte mir für meine Lieblings-Setlist von Mother Superior die Rosinen herauspicken, diese Musiker zusammentrommeln und ein Konzert bei mir zu Hause stattfinden lassen“, bemerkt Ian zu dem Ereignis, das schlussendlich ein Album abwarf.

Jim stand total auf die Idee. Pearl war schon früher ein riesiger Fan der Band und deshalb voll dabei. Ich fragte meine guten Freunde Joey Vera (Fates Warning/Armored Saint) und John Tempesta (White Zombie), ob sie Lust hätten, sich anzuschließen, weil ich wusste, dass auch sie auf Mother Superior steilgehen, und tatsächlich sagten sie, ohne zu zögern, sie seien dabei.’

Wilson freute sich genauso über die Möglichkeit, ein paar Songs abzustauben, die er seit der Auflösung seines LA-Rock-Trios Anfang der 2000er nicht mehr gespielt hatte. Mother Superior hinterließen acht Alben und waren Henry Rollins’ Backingband gewesen. “Ich musste mich definitiv nicht breitschlagen lassen“, betont er. “Vielmehr fühlte ich mich gebauchpinselt und hielt es für eine geniale Idee. Ich dachte, es könne spannend werden, und so lag es wunderbar nahe, ein neues Kapitel aufzuschlagen, um mit der Band weiterzumachen.

Sie benannte sich jedoch Motor Sister, und zwar im Anklang an den Mother-Superior-Song “Little Motor Sister“, und formierte sich am Tag vor besagter Party, um in Ians Jam-Raum zu proben. Für die Feier luden sie ungefähr 25 Freunde ein die schon früher Fans gewesen waren und zu schätzen wussten, was es bedeutete, dass Wilson die Gruft wieder öffnete.

Die Energie im Raum war wahnsinnig, und wir schlugen uns klasse als Band, die diese Songs spielte“, schildert Ian. “Es fühlte sich wunderbar an. Danach irgendwie weiterzumachen lag uns eigentlich fern. Es war etwas, das wir zum Spaß getan hatten, und eben zur Feier meines Geburtstags.

Die Zuschauerzahl mag dabei zwar überschaubar gewesen sein, doch dazu zählten auch mehrere Veteranen aus dem Musikgeschäft, die den Auftritt in höchsten Tönen lobten. So dauerte es nicht lange, bis Metal Blades A&R Mike Faley davon Wind bekam, das Potenzial der Band, das Unmögliche möglich zu machen, sofort erkannte, und es auf Platte bannen wollte.

Er rief mich an und fragte, ob ich die Absicht hätte, mehr als diese eine Show zu spielen“, erinnert sich Ian. “Ich antwortete: ‘Interessant, dass du das zur Sprache bringst, weil ich gerade in der Küche sitze und mit Pearl spreche. Ich meinte eben zu ihr, sie solle sich vorstellen, wie es wäre, wenn wir ein Album zusammen machen könnten.’ Dann hieß es, falls ich es ernst meinte und ein Album herausbringen wolle, würden sich Metal Blade freuen, es zu veröffentlichen.

Nach dem Aus der ursprünglichen Mother Superior nahm Wilson ein Soloalbum auf und spielte mit Daniel Lanois, Emmylou Harris und eben Pearl. So lohnenswert diese Projekte auch waren, freute er sich umso mehr, zum das Gaspedal durchtretenden Groove Rock zurückzukehren, den er fast 18 Jahre lang mit Mother Superior gezockt hatte.

Von Minute eins an, als ich mit Scott, Joey und John spielte, herrschte eine fabelhafte Chemie zwischen uns“, erzählt Wilson. “Wir klangen wie eine Band, die schon ewig zusammen ist. Es war frisch und kraftvoll. Die ursprüngliche Band damals hatte ihre Momente, war aber ein Power-Trio und hat nie ihre verdiente Ehre erfahren. Wir waren unserer Zeit entweder ein Stück weit voraus oder hingen ein wenig hinterher. Als Pearl Jam und Soundgarden groß wurden, standen wir auf Rock and Roll. Uns begeisterten Klassiker wie Humble Pie, Cream und KISS. Scott, John und Joey kommen auch aus dieser Richtung, also war es, als wir zusammenkamen, um die Songs zu spielen, die Scott ausgewählt hatte, als hätten sie einen frischen Anstrich erhalten, während sie nach wie vor für sich selbst stehen konnten.

Begeistert von der Idee, ein Album mit seinen Lieblingsstücken von Mother Superior aufzunehmen, schrieb Ian eine E-Mail an Produzent Jay Ruston (Anthrax, Steel Panther) und fragte an, ob es möglich sei, die spontane Energie einzufangen, die Motor Sister während ihres provisorischen Gigs heraufbeschworen hatten, und ob man schnell ein Album einspielen könne. “Er meinte: ‘Yeah, das lässt sich in zwei Tagen durchziehen und mit einem ordentlichen Sound veredeln.’ Genau das haben wir dann auch getan“, berichtet Ian. “Anderthalb Wochen später produzierten wir die Scheibe in LA innerhalb von zwei Tagen. Das Ganze wurde live im Studio eingespielt, und zwar unter den gleichen Bedingungen wie bei mir zu Hause.

Für Wilson verlieh die Wiederaufbereitung der Klassiker von Mother Superior mit einem zweiten Gitarristen Songs wie “Devil Wind“, “Beg, Borrow, Steal” und “Dog House” eine neue Dringlichkeit. “Ich war immer der einzige Klampfer der Originalband. Im Studio wurde die Rhythmusgitarre per Overdub hinzugefügt, aber gespielt habe ich alles allein“, erläutert Wilson. “Jetzt haben die Songs definitiv eine Metal-Schlagseite. Sie sind immer noch vom Blues wie Rock and Roll getränkt und zeigen Einflüsse von Led Zeppelin bis zu den Stones, aber Scotts Gitarre im Mix zu haben ist großartig. Er spielt auf dem linken Kanal, ich auf dem rechten. Manchmal rücke ich für ein Solo in die Mitte, doch hört man das Album, ist es sau cool, die beiden Gitarren auseinanderhalten zu können und zu wissen, wer jeweils was zockt. Bringe ich zum Beispiel ein bluesiges Solo, hörst du links Scotts Handschrift beim Rhythmusspiel, und es klingt genau nach ihm. So spannend haben diese Lieder für mich noch nie geklungen.

Auch Ian selbst ist sehr stolz auf die Platte und besteht darauf, dass sich seine Lieblings-Tracks fast jeden Tag ändern. “Ich falle immer wieder auf ‘Devil Wind’ zurück, weil es so etwas Episches hat“, meint er. “Sollte es je eine Verfilmung von oder TV-Serie zu Stephen Kings ‘Der Dunkle Turm’ geben, wäre ‘Devil Wind’ das Titelstück des Soundtracks.

Während alle Mitglieder von Motor Sister ihrem Tagesgeschäft nachgehen, sind sie scharf darauf, so oft wie möglich aufzutreten. “Wir sind eine klasse Live-Band“, betont Ian. “Das haben wir uns selbst bei mir im Jam-Raum bewiesen. Diese Fähigkeit, gemeinsam auf der Bühne abzugehen, hat das alles erst möglich gemacht, und ich kann mir gut vorstellen, wie wir es wieder tun – Rücken an Rücken wie die Ramones, wobei wir mit der Kraft dieser Songs einfach für Maulsperren sorgen werden. Außerdem stehen uns alle Türen offen, neues Material zu schreiben, denn Pearl und Jim arbeiten ständig zusammen, und ich bin immerzu in ihrer Nähe. Warten wir also einfach ab, was sich in Zukunft ergibt.

Wäre toll, wenn wir das längerfristig machen könnten“, sagt Wilson abschließend. “Diese Lieder mit Motor Sister zu spielen hat mir so gut gefallen wie nie zuvor. Scott ist wie ein Bruder für mich, John Tempesta ist ein Monster-Drummer, Joey spielt auch unfassbar gut, und Pearls Harmonie- oder Hintergrundgesang hat Gänsehaut-Faktor. Für mich ist das wie eine Fortführung der Reise, die ich vor langer Zeit angetreten bin, und ein wirklicher Segen.


See Tour Dates