Cattle Decapitation


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Travis Ryan: Vocals
Josh Elmore: Guitar
Derek Engemann: Bass
Dave McGraw: Drums

Kompromisse kommen für Cattle Decapitation nicht infrage. Niemals. Über 19 Jahre und sechs Studioalben hinweg haben die San Diegoer das deutlich genug bewiesen und sich als eine der wichtigsten wie brutalsten Triebfedern extremer Musik bewährt. Mit “The Anthropocene Extinction” ist ein Stück apokalyptischer Musik entstanden, das in gleicher Weise abstößt, wie es beeindruckt. “Ich habe das Gefühl, dass wir von Album zu Album besser werden statt umgekehrt, wie es vielen anderen Bands passiert”, sagt Sänger Travis Ryan. “je älter wir werden, desto weniger fürchten wir uns davor, etwas zu verlieren, was sehr befreiend ist, und wir wollen uns wirklich so weit wie möglich aus dem Fenster lehnen, ohne das Extreme zu vernachlässigen, das uns seit je antreibt.”

Mit “Monolith Of Inhumanity” brachten Ryan, Gitarrist Josh Elmore, Bassist Derek Engemann und Drummer Dave McGraw einen Paukenschlag heraus und festigten ihre Position am extremen Ende des Death-Metal-Spektrums, erweiterten ihren Sound aber gleichzeitig auch und ließen einen Tick mehr Melodie zu, ohne an Intensität einzubüßen. Ryans wie immer an ein Konzept gebundene, trostlose Texte beschrieben, was mit der Menschheit geschieht, wenn sie diesen Planeten weiter ausbeutet. Auf “The Anthropocene Extinction” führt er dies weiter aus und beleuchtet die Welt nach einer ökologischen Katastrophe, wobei er sich größtenteils auf den Pazifik konzentriert. “Das Anthropozän ist das Zeitalter der Menschheit und umfasst alle Jahrtausende, während derer der Mensch auf der Erde lebt. Das Album befasst sich damit, wie wir es schaffen, diese Ära zu Ende zu bringen. Mit dem technischen Fortschritt einher ging die Zerstörung des Planeten. Unsere Spuren in den Weltmeeren belaufen sich auf Müll und Plastik jeglicher Form, was nicht ohne Auswirkungen bleibt, denn der Zusammenbruch eines Ökosystems erweist sich als Dominoeffekt, der uns eines Tages zum Verhängnis wird. “The Anthropocene Extinction” spielt in der Welt, die wir zerstört haben und ist definitiv das düsterste Album unserer Karriere.”

Natürlich wurde das Thema nicht in introspektive, Shoegaze-Musik gegossen, sondern in einen Soundtrack unverhohlener Brutalität. Die Mischung aus sägendem Death Grind und Spurenelementen des Black Metal wird um die eher epischen, melodischen Aspekte des Vorgängers erweitert, doch das Hörerlebnis wirkt in sich geschlossener. “Wir haben uns nie bewusst vorgenommen, hier einen Black-Metal-Part und dort einen Blastbeat einzubauen; alles erfolgt aus bestimmten Gefühlen heraus. Doch diesmal ging es uns unbedingt um einen besseren Flow im Vergleich zu früheren Alben.” Der Doom-getränkte Opener “Manufactured Extinct” weist den Weg, das monströse “Clandestine Ways (Krokodil Rot)” – womit die Band den Tierquälern der Kosmetikindustrie an den Karren fährt – und “Not Suitable For Life” sind hingegen die vermutlich intensivsten und gewalttätigsten Musikstücke, die man je gehört hat. Zwischen alledem thront das brodelnde Instrumental “The Burden Of Seven Billion” neben dem melancholischen “Ave Exitium”, während allerorts Ryans kranke, schrille wie melodische Schreie – die man nie als “clean” missverstehen könnte – mehr Raum zum Atmen bekommen. Dadurch wird “The Anthropocene Extinction” besonders griffig, wenn auch in niedrigen Dosen und niemals zwanghaft, auch weil die Band mit “Mammals In Babylon”, “Apex Blasphemy” und dem Finale “Pacific Grim” leicht tragisches, verzweifeltes Terrain betritt. “Die Platte ist wohl ziemlich catchy geworden, wodurch sich unsere Musik ja eigentlich nicht auszeichnet, aber andererseits wollen wir ja auch nicht sein wie andere oder überhaupt jedermann. Bei vier deutlich unterschiedlichen Meinungen in der Band passiert zwangsläufig etwas Magisches. Keiner von uns ist wie der andere, was mitunter zu Streitigkeiten führt, aber eben auch zu Großartigem.”

Wieder wurde die Band von “Monolith Of Inhumanity”-Produzent Dave Otero (Allegaeon, Cephalic Carnage) im Flatline Audio in Denver in Colorado betreut, worauf sie sich im Vorfeld sehr freute. “Dave ist ein toller Produzent mit vielen Ideen, weshalb wir ihm diesmal andächtig zugehört haben, denn für “Monolith” hatte das schon trefflich geklappt. Unsere Alben waren sozusagen immer Coproduktionen mit den jeweiligen Knöpfedrehern, aber diesmal ließen wir Dave weit mehr Spielraum und hielten uns an seinen Rat. Manchmal wurden seine Empfehlungen auch ausgeschlagen und umgekehrt, aber solche Diskussionen waren immer nützlich. Im Grunde ist er zum fünften Mitglied geworden, und ich finde, so erzielt man die besten Ergebnisse.” “The Anthropocene Extinction” enthält auch einige Gastauftritte, etwa Tristan Shone (Author & Punisher) bei “Plagueborne”, Bethlehems Jürgen Bartsch mit einem Sprechpart auf Deutsch während “Pacific Grim”, und Phil Anselmo leiht seine kernige Stimme “The Prophets Of Loss”. “Das war zwar so nicht geplant, ergab sich aber einfach, während wir im Studio waren, und passte perfekt. Am Ende war es auch großartig, diese Leute hinzuzuziehen. Wir hatten auf dem Housecore Horror Film Fest in Austin gespielt und mit Phil gesoffen, der ein sehr cooler Typ ist, aber erst unser Freund John Jarvis (Pig Destroyer, Fulgora) sprach ihn an, ohne uns davon zu erzählen. Dann meinte er, er wolle etwas zu der Scheibe beitragen!” Ryan lacht. “Der Part, mit dem man ihm hört, ist genau das, was mir in den Sinn kam, sobald ich wusste, dass er dabei sein würde, aber auch alle anderen haben einen sehr geilen Beitrag zum Gelingen geleistet.”

The Anthropocene Extinction” markiert zudem eine weitere Zusammenarbeit mit Wes Benscoter, der die Band schon seit “To Serve Man” von 2002 grafisch betreut. “Wie Dave Otero ist auch Wes zu einem zusätzlichen Bandmitglied geworden, was auch für Mitch Massie gilt [Regisseur des berüchtigten Videos zum "Monolith Of Inhumanity"-Track "Forced Gender Reassignment"]. Ich nehme mir ihre Meinungen zu Herzen wie meine eigene, und wir vertrauen diesen Leuten so weit wie möglich, ohne unsere künstlerische Integrität in Zweifel zu ziehen.” Wie immer hat sich Benscoter eine drastische Bildersprache ausgedacht, die der Thematik der Platte unverblümt gerecht wird. Auf dem Cover sieht man eine aufgeschwemmte Leiche am Strand mit offenem Unterbauch, aus dem Abfall quillt. “Damit beziehen wir uns auf die Albatrosse, die jahrelang auf Midway angespült wurden. Sie halten Plastik für Krill, fressen es und stürzen tot ins Wasser. Wenn sie verwesen, bleibt nur der Kunststoff zurück. Das ist ein ziemlich anschauliches Beispiel für die Dinge, die dort draußen geschehen; wir haben es genommen und in diesen menschlichen Kontext gesetzt, denn wie gesagt: der Dominoeffekt führt letztlich zu unser aller Verderben.”










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