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BIO | INTERVIEW
Während das Death Metal-Genre weiter explodiert, stehen WHITECHAPEL nach blutigem Kampf endlich oben an der Spitze. Mit unnachgiebigen Blastbeats und knochenbrechenden Breakdowns, schicken die drei Gitarristen immense Riffs und monströse Leads auf die Reise, während Sänger Phil Bozeman seine Texte, die Klischees umgehen und den Fans etwas zum Nachdenken geben, während sie mitschreien, förmlich aus sich heraus kotzt. Das perfekte Beispiel also, wie moderner Metal das Gegenteil von erfreulich sein kann.
Nach der Bandgründung im Jahre 2006 hat es nicht lange gedauert, bis die lokalen Metalheads aus Knoxville merkten, dass etwas ganz Spezielles in ihrem Umkreis passierte. “We went from fifty of our friends coming to our shows to two hundred people coming out inside of six months,” erklärt Gitarrist Alex Wade. “We’ve always held ourselves to a certain level of professionalism, we worked our asses off, and I think we definitely offered something that a lot of bands in the scene did not.”
So verwundert es nicht, dass das Sextett, dem noch die Gitarristen Ben Savage und Zach Householder, Bassist Gabe Crisp und Drummer Kevin Lane angehören, schon kurz danach von Plattenfirmen umworben wurde. Siege Of Amida aus England machten das Rennen, wo demnach im Jahre 2007 das Debüt ‘The Somatic Defilement’ erschien. Durch ausgiebiges Touren wuchsen danach sowohl die Fähigkeiten der Musiker als auch ihre Fanschar. Wenig später sicherten sich nach einem intensiven Gebotsfight zwischen acht Labels Metal Blade Records die Dienste der Crew aus Tennessee. Im Handumdrehen war das zweite Album, das gigantische ‘This Is Exile’, auf dem Markt.
Jene Platte war in punkto Songwriting und –klasse ein riesiger Schritt nach vorne und verwies alle anderen, die sich gleichzeitig ihren Platz in der Szene sichern wollten, auf die hinteren Plätze. Während die Texte auf ‘The Somatic Defilement’ noch auf typischen Death Metal-Kram wie vielen verschiedenen Wegen, Menschen zu töten, limitiert waren, ging Bozeman ‘This Is Exile’ ein wenig gedankenvoller an, in dem er die einzelnen Stücke durch ein Konzept miteinander verband. “The record was a lot more about the kind of evil that actually exists in the world,” erläutert der Sänger. “It was about three specific people who hunger after power, which leads them to starting a diabolical war that ends the world. I was really proud of it, because it had a lot more feeling and maturity about it, and it gave people something a little different.”
Nachdem die Band in der ersten Verkaufswoche von ‘This Is Exile’ in den USA 6.000 Einheiten absetzen konnte, ging es für eine endlos lange Zeit auf Tour in den USA, Kanada und Europa, wo man die Bühnen mit Größen wie Cannibal Corpse, Slayer, Killswitch Engage, Unearth, Behemoth oder Chimaira teilte. Insgesamt konnten am Ende 55.000 Einheiten der Scheibe verkauft werden. Nicht schlecht für eine Band, die normalerweise dafür sorgt, dass sich Radiomoderatoren verängstigt unter ihrem Pult verkriechen.
Den Nachfolger zu einem solchen Hammeralbum zu schreiben, wäre für die meisten Bands eine beneidenswerte Aufgabe, aber WHITECHAPEL haben gerade erst angefangen. ‘A New Era Of Corruption’, das von Jason Suecof (The Black Dahlia Murder, Job For A Cowboy) produziert wurde und Gastauftritte von Chino Moreno (Deftones) und Vincent von The Acacia Strain enthält, zeigt eine Band, die es einzig und allein darauf abgesehen hat, das heftigste, intensivste und dynamischste Album abzuliefern, das ihnen möglich ist. “We didn’t want to put out ‘This Is Exile: Part Two’, and this is definitely a real progression from that record – but, at the same time we wanted it to sound like Whitechapel,” macht Wade klar. “Having played with bands like Slayer and Cannibal Corpse, you realize that one of the reasons they’ve been around so long is because they’ve created a certain sound and they’ve stuck to that. Fans want to hear their favorite band sounding like their favorite band, and while we’ll always grow, that’s something I think we’ll strive for on every record from now on.”
Bozeman führt weiter aus: “The first two records are just riff after riff after riff, but this time we have more of a verse-chorus approach, and I think that makes the songs more memorable. Everything is still just as brutal and just as intense, it’s just a little more structured, and that makes for better songs.” So wie sich die Band klanglich weiterentwickelt hat, hat Bozeman auch seine Texte auf ein höheres Level gehoben. Er hat den unnötigen Ballast eines konzeptionellen Überbaus abgeworfen, aber trotzdem genauso fokussiert gearbeitet und lässt seinen apokalyptischen Zorn ab. Er verarbeitet Themen wie die Veränderung der Menschheit hin zu gewalttätigen, hasserfüllten Lebewesen (‘Devolver’), die steigende Korruption und Gewalttätigkeit der Welt nach 9/11 (‘Breeding Violence’) oder die Umstände des tragischen Todes seiner eigenen Mutter (‘Murder Sermon’).
Gut gerüstet, um ‘A New Era Of Corruption’ ihren hungrigen Fans auf der ganzen Welt zu präsentieren, präsentieren sich WHITECHAPEL erneut als unbezwingbare Macht, während ihre Fanschar wächst und wächst, ihrer klanglichen Gewalt sei Dank! Prepare to be corrupted!
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