• Luc Hess: Drums

• Robin Staps: Guitar

• Jonathan Nido: Guitar

• Louis Jucker: Bass

• Loic Rossetti: Vocals
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THE OCEAN
"Anthropocentric"
22/11/10
BIO | INTERVIEW

Fünf Silhouetten. Ihre von hinten beleuchteten Körper, die sich frenetisch vor den monströsen LED-Lighttraversen bewegen. Blitze, die snychron zur Musik zucken. Wenn THE OCEAN live performen, wird dies zum Erlebnis. Die Videos, die Lichter und – mehr als alles andere – ihre Musik. Orchestral, dicht und episch. Alles trägt bei zu dieser gewissen Atmosphäre, die THE OCEAN von fast allen anderen Zeitgenossen in der heutigen Szene der harten Musik abhebt. Das an Lynch angelehnte Spiel mit Dunkelheit und Dynamik lässt den Hörer mit Leichtigkeit eintauchen in die trostlosen Tiefen des Ozeans.

Die Band begann im Jahre 2001, sich zu formen, als Mainman Robin Staps das Kellergeschoss einer Aluminiumfabrik aus dem Zweiten Weltkrieg mitten im Herzen von Berlin-Kreuzberg mietete. Nach ein paar Wochen voller Bauarbeiten war “Oceanland” geboren – ein großer Untergrundkomplex aus Aufnahmestudio und Schlafräumen, in dem viele Mitglieder von THE OCEAN den Großteil der kommenden paar Jahre verbringen sollten. Die Liveshow der Truppe wurde hier konzeptioniert und verbessert. So formierte sich über die Jahre ein Kollektiv aus Rock- und Klassikmusikern um Staps herum. Vier Alben entstanden im “Oceanland”, bevor die Band im Jahre 2008 rausgeschmissen wurde.

Es würde keinen Sinn machen, alle verflossenen Mitglieder von THE OCEAN aufzulisten. Es müssen ca. 30-40 insgesamt gewesen sein. Keiner kann sich an alle erinnern. Manche sind schon gestorben, andere Alkoholiker. Wieder andere sind bestimmt noch am Leben, verschwanden aber auf mysteriöse Art und Weise, sogar während einer Tour…

Schaut man sich die Bedingungen an, die auf den ersten Touren der Band herrschten, muss man sich darüber nicht mehr wundern. Bei einer Show in einem anarchischen Trailerpark in Osnabrück in einer eiskalten Februarnacht 2002 brach sich ein Bandmitglied den Knöchel, als sich sein Bein zwischen zwei Paletten, aus denen die Bühne im nicht beheizten Zelt bestand, verklemmte. Die zwölf Punks, aus denen das Publikum bestand, juckte das herzlich wenig. Einer von ihnen war nach der Show so betrunken, dass er draußen nur ein paar Zentimeter neben einem Lagerfeuer einschlief und fast verbrannt wäre.

Im polnischen Torun spielten THE OCEAN mal vor nur zwei Leuten, von denen einer der Besitzer des Clubs war. Auch konnte es passieren, dass man in einem 20m²-Raum mit 15 anderen Personen aufwachte und bemerkte, dass man neben einem besoffenen ex-Bandmitglied lag, das einen und sich selbst während des Schlafs vollgepisst hatte.

Trotz dieser Anfangsschwierigkeiten und dem sich stetig ändernden Line-Up, haben es THE OCEAN geschafft, in den letzten sechs Jahren vier in der Presse gefeierte Studioalben zu veröffentlichen. Vor allem die Kunde über ihr letztes 80-Minuten-Opus ‘Precambrian’ hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet:

"Epic in scope and flawless in execution, 'Precambrian' reinforces The Ocean as one of the most exciting names in modern heavy music. Behold mind-blowing metal on a wagnerian scale." ROCK SOUND (UK).

"Ambitious and epic, dense and orchestral, the latest album from Germany's premier thinking man's metal collective The Ocean features a dizzying array of musical and vocal styles, from Mastodonian prog jags and Fear Factory jackhammer blasts to ethereal electronics and florid classical instrumentations." AMP (USA)

"…engrossing to the point where words don't necessarily matter. The Ocean do for earth science class what Mastodon did for Melville: make learning brutal." DECIBEL (USA)

Nach über 500 Shows in der ganzen Welt als Support für Größen wie Opeth, Anathema, The Dillinger Escape Plan, The Black Dahlia Murder, Cult Of Luna oder Isis und erfolgreichen Headliner-Touren in Europa und den USA markiert der Einstieg von Sänger Loic Rossetti den bisher letzten großen Schritt in der Entwicklung der Formation. Nach acht Jahren Existenz sind THE OCEAN endgültig von einem Kollektiv zu einer festen Band geworden. „The people I am working with now are the people I have always been looking for, and naturally, everyone else is much more involved than ever before", bekräftigt Staps.

Rossetti ersetzt Nico Webers, der zu War From A Harlots Mouth abgewandert ist, und Mike Pilat, der Touren keinen so großen Platz in seinem Leben mehr einräumen wollte. Wie auch immer, das Kollektiv ist nicht tot. Das 2010er Album „Heliocentric“ enthielt die größte Anzahl an Gastmusikern enthalten, die jemals ein THE OCEAN-Werk veredelt hat. Hauptsächlich klassische Musiker.

Mittlerweile kommen vier Bandmitglieder aus der Schweiz, weswegen THE OCEAN in der höchsten Stadt Europas, La-Chaux-de-Fonds, eine neue Heimat gefunden haben. Staps wohnt allerdings immer noch in Berlin.

THE OCEAN haben im Jahre 2010 ihr Opus Magnum veröffentlicht, das in zwei Etappen erschienene Doppelalbum „Heliocentric“ (April 2010) und “Anthropocentric“ (November 2010). Die Vollendung dieses mächtigen Konzeptwerkes dauerte fast zwei ganze Jahre. Lyrisch und künstlerisch stehen die beiden Platten für eine fundamentale und philosophische Kritik am Christentum. Weltweit konnten sie überschäumende Kritiken einfahren und wurden u.a. “Platte des Monats” im Metal Hammer Deutschland, Italien und Griechenland und erhielten ein Coverfeature in der Dezemberausgabe des Metal Hammer UK / Subterranea. AMG Magazine (US) urteilte: "This is the most forward-thinking statement by the Ocean yet, and stands as the most seamlessly integrated and consistent recording they’ve issued to date." Rock Sound (UK) bezeichnete das Album als "Luxurious, tectonic, ingenious, calculated, charismatic, enterprising, dextrous, inventive, unrestrained, fascinating and poignant. If all this doesn't convince you to at least check them out, then seriously, fuck off." - Rock Sound