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Das Wort “Nightfall” mag viele Assoziationen hervorrufen, die von völliger Dunkelheit bis hin zu einem von Sternen behangenen Himmel reichen, vom Nervenkitzel eines Abenteuers bis hin zum Grauen vor dem Unbekannten und Ungesehenen, vom Ende von etwas Großem bis hin zum Anfang etwas noch Größerem. Gleichermaßen können diese Beschreibungen genutzt werden, um die Musik der Griechen von NIGHTFALL zu charakterisieren, die schon auf eine Karriere über zwei Dekaden zurückblicken können.
Seit Bandgründung im Jahre 1990 ging es Frontmann und Chefdenker Efthimis Karadimas darum, stetig die musikalischen Grenzen der Band zu erweitern. Ihr Debüt aus dem Jahre 1992, ‘Parade Into Centuries’ (Holy Records), zeigte genau, was Griechenland damals der Death und Doom-Szene zu bieten hatte. Jener Sound entwickelte sich 1994 auf ‘Macabre Sunsets’ (Holy Records) und 1995 auf dem grandiosen und einzigartigen ‘Athenian Echoes’ (Holy Records) weiter, bevor 1997 für eine rauere Black/Death-Ausrichtung auf ‘Lesbian Show’ (Holy Records) Platz gemacht wurde. Das krank-progressive ‘Diva Futura’ (Holy Records) aus dem Jahre 1999 bildete den Abschluss… einer 200 Dekaden dauernden Ära.
Eine Vorliebe für sich ändernde musikalische Ausrichtungen erfordert sich weiter entwickelnde musikalische Ansichten. NIGHTFALL können auf viele talentierte Musiker zurückblicken, die ihre ganz eigene Note in den Gesamtsound der Band haben einfließen lassen. Der ehrwürdigen George Kollias (drums, NILE), George Bokos (guitar, ROTTING CHRIST) und Bob Katsionis (guitar, FIREWIND) waren zusammen mit Karadimas für die letzte Wiederauferstehung von NIGHTFALL verantwortlich. Sie haben die Band 2003 mit ‘I am Jesus’ (Black Lotus Records) ins neue Jahrtausend geführt und letztendlich für das 2005er Opus ‘Lyssa: Rural Gods and Astonishing Punishments’ (Black Lotus Records) gesorgt. Efthimis Karadimas war nie einer, der kreative Prozesse erzwungen hat, nur um um jeden Preis produktiv zu sein. Deswegen entschied er sich kurz danach, ein komplett neuartiges musikalisches Embryo aufzuziehen…
Vier Jahre des In-Sich-Hinein-Blickens und des Erwachsener-Werdens später hat er sein musikalisches Vehikel mit einer frischen Mannschaft von Co-Piloten neu zusammengestellt, zum ersten Mal sogar mit internationaler Beteiligung. Erstes Lebenszeichen: ‘Astron Black & The Thirty Tyrants’. Der deutsche Drummer Jörg Uken (der kreative Kopf der deutschen Soundlodge Studios) bringt seinen Thrash n’ Death-Stil ins Songwriting mit ein und kümmert sich zusätzlich um die Produktion. Keyboarder Stathis Kassios sorgt für einen Tastenteppich, der durch seine harmonische Akzentuierung die Musik von NIGHTFALL auf noch nie betretenes Land führt. Zu guter Letzt liefert der amerikanische Gitarrist Evan Hensley aggressives, präzises Riffing und melodische Leads ab, die reich an Emotionen sind. Alle diese neuen Errungenschaften ergänzen Karadimas kraftvolle Vocal-Performance inkl. seiner typischen Poesie perfekt, was ‘Astron Black & The Thirty Tyrants’ zum ambitioniertesten Werk der Bandgeschichte macht, vor allem weil es ihr erstes Release für das weltbekannte Label Metal Blade Records darstellt.
Sorgt dieses neue Line-up für die musikalische Vergöttlichung NIGHTFALLs? Für den Moment heißt die Antwort ja. Schaut man sich dazu die dynamische Vergangenheit der Band an, dann sieht man schnell, dass NIGHTFALL eine ernst zu nehmende Szenekraft sind, die von einem verlangen, immer das Unerwartete zu erwarten.
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