|
BIO | INTERVIEW
2008 - Stephan Gebedi über '...Of Frost And War'
Hey Stephan! Das Feedback zu eurem Debütalbum ‘…Of Frost And War’ ist überwältigend. Bist du selbst überrascht?
Wir wussten, dass wir etwas Gutes erschaffen würden. Über den Einfluss, den die Platte zu haben scheint, sind wir jedoch selbst sehr überrascht. Dass wir überglücklich mit den großartigen Reviews der Presse und den enthusiastischen Reaktionen der Death Metal-Fans weltweit sind, muss ich nicht erwähnen, oder? Es scheint, als wären die meisten satt vom hyperschnellen Todesblei. Sie sehnen sich wieder nach Groove und etwas, das sich mehr auf gute Songs anstatt auf Geschwindigkeit und Brutalität konzentriert
Eure Demo-EP war Demo des Monats im deutschen Metal Hammer und Rock Hard. Hat euch das unter Druck gesetzt, als es ans Schreiben der Platte ging?
No, nicht wirklich. Die meisten Stücke waren bereits geschrieben, als wir das erfuhren. Einzig in punkto Sound setzte es uns unter Druck, denn wir mussten einen fetteren Klang als auf der EP auffahren. Zusammen mit Dan Swanö haben wir es geschafft. Darüber hinaus sollte unsere Performance auf der Platte besser werden als auf der EP. Der Druck lag also bei der Produktion und bei den Aufnahmen, nicht beim Songwriting.
’…Of Frost And War’ ist ein Konzeptalbum über den Zweiten Weltkrieg. Warum dieses Thema?
Unser Frontmann Martin wollte schon immer ein Konzeptalbum über dieses Thema machen. Aber mit seiner vorherigen Band DEATH BY DAWN hat es sich nicht ergeben. Nachdem wir zusammen die ersten Stücke geschrieben hatten, merkte er sofort, dass es hier passen würde. Der Zweite Weltkrieg ist die Mutter aller Kriege unserer jüngeren Geschichte. Vor allem die Kämpfe an der Ostfront sind in Dokumentationen und Filmen oft übersehen worden. Trotzdem war der Krieg Deutschland gegen Russland ausschlaggebend für die weitere Entwicklung des WWII. Ihr solltet die Platte als eine Art Geschichtsstunde sehen. Es gibt keine politische Message. Wir beschreiben einzig das, was passiert ist, den Horror und die Grausamkeiten, die geschahen, und das alles basierend auf historischen Fakten. Musik, Texte und Artwork gehen Hand in Hand. Das größte Kompliment, das man uns machen kann, ist die Aussage, dass sich die Leute fühlen, als wären sie draußen auf den kalten Schlachtfeldern, während sie die Scheibe hören.
HAIL OF BULLETS sind tief im Death Metal der alten Schule verwurzelt. Hörst du privat auch nur altes Zeugs?
Ich höre sowohl alte Sachen, als auch neue Bands. Ich mag klassischen Hard Rock und Metal wie PRIEST, SABBATH, MAIDEN, QUEENSRYCHE. Augenscheinlich bin ich jedoch auch ein großer Fan von old-school Death und Thrash Metal-Bands der Marke INFERNAL MAJESTY, POSSESSED, DEATH, MASSACRE, CELTIC FROST, SLAYER. Dazu kommen neuere Black und Death Metal-Sachen wie SHINING, SEAR BLISS, BEHEMOTH, DARK FORTRESS, 1349, WATAIN etc... Solange man es also als Metal/Hard Rock einordnen kann, bin ich für alles offen.
HAIL OF BULLETS sind eine All-Star-Band. Wie habt ihr zusammen gefunden?
All-Star-Band klingt so nach American Idol oder Deutschland sucht den Superstar, haha. Ich wollte zusammen mit Ed am Schlagzeug schon vor Jahren eine Band gründen. Es hat nie geklappt. Vor ein paar Jahren habe ich Martin getroffen und erzählte ihm von der Idee. Er war sofort Feuer und Flamme. Ich kontaktierte die übrigen Musiker, die alle Freunde von mir waren, und eines kam zum anderen. Natürlich hat uns die Zusammenstellung unserer anderen Bands etwas mehr Aufmerksamkeit verschafft. Am Ende zählt jedoch die Musik und nicht die Reputation der Mitglieder. Deswegen haben wir auch zuerst ein 4-Track-Demo aufgenommen!
Was könnt ihr bei HoB ausleben, was bei euren anderen Bands nicht funktioniert?
Für mich persönlich ist HoB das Ventil für meine Liebe zum puren Death Metal der alten Schule. Das dürfte so auch für die anderen gelten. Meine andere Band, THANATOS, konzentriert sich mehr auf Thrash Metal, meine zweite große Liebe im Metal. GOREFEST sind z.B. wesentlich weniger old-school-orientiert als HoB. So kann Ed alle old-schooligen Ideen für uns verwenden und das moderne Zeugs für GOREFEST bereithalten.
Am 6.6. habt ihr euren ersten Gig gespielt. Wie war es?
Der Hammer! Und soooooooooo verdammt heiß. Echt unglaublich! Die Location war ausverkauft und die Leute gingen ab wie Sau. Manche Leute hatten wegen der Hitze sogar Atemprobleme, kein Witz! Wir waren nervös, als wir auf die Bühne sind. Aber als die Leute nach zwei Sekunden einen Pit starteten, war das sofort von uns abgefallen. Wir hatten eine super Zeit!
Im August werdet ihr auf dem Party.San und dem Summer Breeze zu sehen sein. Auf was können wir uns freuen?
Wir werden unser Bestes geben, damit jeder diese Shows nie vergisst und nicht enttäuscht sein wird. Auf der Bühne geben wir immer 100%. Und wenn wir sehen, dass die Crowd mitmacht, dann steigern wir uns auf 110%. Wir wollen, dass sich die Leute fühlen, als sei ein T34-Panzer über sie hinweg gerollt. Das größte Problem wird die Songauswahl sein, da wir jeweils nur 40-45 Minuten Spielzeit haben werden.
Letzte Frage: Handelt es sich bei HoB um eine echte Band? Oder nur um ein Projekt von befreundeten Musikern?
HAIL OF BULLETS sind definitiv eine Band. Es werden weitere Alben, Liveshows und vielleicht sogar kurze Touren folgen. Uns sind alle unsere Bands wichtig. Momentan hat jedoch HoB für jeden von uns Priorität. Wir halten bereits Ideen für neue Songs fest. Nach dem Sommer geht es dann ans Songwriting. Der Krieg ist noch nicht vorbei. Er hat gerade erst angefangen!
|
|